Eisklötze statt Hände, minus acht Grad und ein beißender Wind – so begann der Morgen für unsere Autorin am Hafen von Greifswald. Doch was treibt jemanden an, bei solchen Bedingungen die Ostsee zu beobachten? Die Antwort: Ehrenamtliche Eisbeobachtung Ostsee ist eine wichtige Aufgabe, die auch im 21. Jahrhundert noch von Menschen vor Ort durchgeführt wird, um Daten für die Schifffahrt und den Küstenschutz zu liefern.
Trotz moderner Satelliten und komplexer Wettermodelle bleibt die Eisbeobachtung Ostsee durch ehrenamtliche Helfer unerlässlich. Diese Beobachter liefern wertvolle, bodengestützte Daten, die Satellitenbilder ergänzen und verifizieren. Ihre Expertise hilft, die Eisdicke, die Eisart und die Ausdehnung der Eisflächen präzise zu bestimmen, was für die Sicherheit der Schifffahrt und den Schutz der Küsten unerlässlich ist. Die Kombination aus traditionellen Methoden und moderner Technologie ermöglicht ein umfassendes Bild der Eisverhältnisse.
Heino Förste, ein ehrenamtlicher Eisbeobachter aus Greifswald, kennt die Ostsee wie seine Westentasche. Seit 15 Jahren beobachtet er den Greifswalder Bodden beim Zufrieren und gibt seine Beobachtungen an das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) weiter. “Ich weiß nicht, was Sie sich vorstellen, diese Beobachtung ist nichts Aufregendes”, warnte Förste im Vorfeld. Doch die Realität am windumtosten Kai ist alles andere als unspektakulär. (Lesen Sie auch: Ostsee Salzwassereinbruch: Dramatische Folgen Drohen Jetzt)
Schon als Kind führte Förste ein Wettertagebuch. Diese Leidenschaft für das Wetter und die Natur hat ihn zu seinem Ehrenamt geführt. Jeden Winter verbringt er Stunden am Ufer, um Eisdicke, Eisart und die Ausdehnung der Eisflächen zu dokumentieren. Seine Daten sind eine wichtige Ergänzung zu den Informationen, die von Satelliten geliefert werden.
In der Dämmerung rutschen Förste und unsere Autorin über eine vollständig vereiste Slipanlage auf den Ryck. Während die Autorin noch von einer Eislauffläche träumt, hat Förste bereits alles erfasst: Niedrigwasser im Hafenbecken und eine Eisfläche, die man mehr oder weniger bedenkenlos betreten kann. “Weiß-graues Eis mit leicht beschneiter Oberfläche, dürften mindestens 15 Zentimeter sein”, schätzt er.
Die Farbe des Eises gibt Aufschluss über seine Dicke und Festigkeit. Weißes Eis ist oft mit Schnee bedeckt und kann trügerisch sein. Graues Eis ist in der Regel fester und dicker. Bläuliches Eis ist das älteste und stabilste Eis. Die Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes sind hierbei eine wichtige Grundlage. (Lesen Sie auch: ärger Kollegen: Was deutsche im Büroalltag Wirklich…)
Die Eisdicke an der Ostsee kann regional stark variieren. Besonders in flachen Gewässern und geschützten Buchten bildet sich schnell Eis. In offenen Bereichen und bei starkem Wind bleibt das Wasser oft länger eisfrei.
Die Eisbeobachtung an der Ostsee ist von entscheidender Bedeutung für die Sicherheit der Schifffahrt. Die Informationen über Eisdicke, Eisart und Ausdehnung der Eisflächen ermöglichen es den Schiffen, ihre Routen sicher zu planen und Eisgebiete zu umfahren. Dies ist besonders wichtig für die Handelsschifffahrt, die auch im Winter die Ostsee befährt.
Die Eisbeobachter liefern auch wichtige Informationen für die Eisbrecher, die dafür sorgen, dass die wichtigsten Häfen auch im Winter erreichbar bleiben. Ohne ihre Arbeit wäre der Schiffsverkehr in der Ostsee stark eingeschränkt. Die ehrenamtlichen Helfer tragen somit einen wichtigen Teil zur Wirtschaft der Region bei. (Lesen Sie auch: Klimaurteil Deutschland: Was Bedeutet das für den…)
Der Eiswinter 1978/79 bleibt unvergessen. Damals war die Ostsee komplett zugefroren, und die Eisdicke erreichte Rekordwerte. Die Stern berichtete über die außergewöhnliche Situation. Die Eisbeobachtung spielte in diesem Winter eine besonders wichtige Rolle, um die Schifffahrt zu unterstützen und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Die Telefonnummer, die damals eine wichtige Rolle spielte, war die 1978/79.
Auch heute noch erinnert man sich an diesen extremen Winter. Die Erfahrungen, die damals gesammelt wurden, sind bis heute wertvoll für die Eisbeobachtung und den Umgang mit extremen Eisverhältnissen. Die Aktenzeichen azwischen sind noch heute in den Archiven zu finden.
Die Eisbeobachtung an der Ostsee bleibt auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe. Der Klimawandel führt zwar zu einer Erwärmung der Meere, aber auch in Zukunft wird es immer wieder Eiswinter geben. Die Arbeit der ehrenamtlichen Eisbeobachter wird daher weiterhin von großer Bedeutung sein, um die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten und die Küsten zu schützen. (Lesen Sie auch: Polarstern Antarktis: Expedition Erforscht Schwindendes Eis)
Die Kombination aus traditionellen Methoden und moderner Technologie wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die Eisbeobachter werden weiterhin vor Ort sein, um die Daten der Satelliten zu ergänzen und zu verifizieren. Ihre Leidenschaft für das Wetter und die Natur wird auch in Zukunft ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Ostsee sein.
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