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Vorbereitung auf Blackout: Der komplette Ratgeber

Vorbereitung auf Blackout: Der komplette Ratgeber 2025

📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2024

Die Vorbereitung auf Blackout ist wichtiger denn je. Der massive Stromausfall in Spanien und Portugal im April 2025 hat gezeigt: Selbst in modernen Industrieländern kann das Stromnetz zusammenbrechen. In Deutschland halten 69 Prozent der Bevölkerung die Stromversorgung zwar für sicher – doch nur 27 Prozent haben sich tatsächlich auf einen Stromausfall vorbereitet. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du dich und deine Familie optimal schützt.

Was ist ein Blackout?

Ein Blackout bezeichnet einen unkontrollierten, großflächigen und langanhaltenden Stromausfall. Im Gegensatz zu einem normalen Stromausfall, der meist lokal begrenzt und nach wenigen Stunden behoben ist, kann ein Blackout ganze Regionen oder sogar Länder betreffen und mehrere Tage andauern.

Die Bundesnetzagentur unterscheidet zwischen verschiedenen Szenarien:

Begriff Definition Dauer
Stromausfall Lokal begrenzte Unterbrechung Minuten bis Stunden
Brownout Kontrollierte, gezielte Abschaltung zur Netzstabilisierung Wenige Stunden
Blackout Unkontrollierter Zusammenbruch des Stromnetzes Tage bis Wochen

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland?

Deutschland verfügt über eines der sichersten Stromnetze der Welt. Das sogenannte „n-1-Prinzip” stellt sicher, dass das Netz auch beim Ausfall einer Leitung weiterfunktioniert. Dennoch ist die Lage komplexer geworden.

Eine aktuelle Umfrage von Verivox (April 2025) zeigt die Einschätzung der Bevölkerung:

Frage Ergebnis
Halten die Stromversorgung für sicher 69 %
Haben sich auf Stromausfall vorbereitet 27 %
Glauben, Behörden sind gut vorbereitet 22 %
Glauben, Behörden sind schlecht vorbereitet 47 %

Als größte Bedrohungen für die Stromversorgung werden wahrgenommen: Cyber-Angriffe (59 %), Terroranschläge (51 %) und Naturkatastrophen (43 %).

💡 Expertenmeinung: Die Bundesnetzagentur und die Übertragungsnetzbetreiber halten einen Blackout für „sehr unwahrscheinlich”. Dennoch empfiehlt das BBK jedem Haushalt, sich auf mehrtägige Stromausfälle vorzubereiten.

Was passiert bei einem Blackout? Die ersten 24 Stunden

Das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit in Berlin hat ein „Zukunftslabor” entwickelt, das Politikern und Behörden zeigt, wie ein Blackout ablaufen kann. Die Erkenntnisse sind eindrücklich:

Die ersten Minuten

Sofort nach dem Stromausfall fallen alle Kommunikationsnetze aus: Internet, Fernsehen, Mobilfunk. Handys funktionieren noch per Akku, aber ohne Netzempfang. Ampeln fallen aus, es kommt zu ersten Verkehrsunfällen. Bankautomaten und EC-Kartenzahlung funktionieren nicht mehr.

Nach 24 Stunden

Die Verunsicherung wächst. Polizei und Feuerwehr versuchen, die Bevölkerung zu informieren. Mit dem restlichen Bargeld werden Supermärkte leergekauft. Die letzten Akkus geben ihren Geist auf. In der Landwirtschaft beginnen erste Probleme mit der Tierhaltung.

Nach 48 Stunden

Die Lage wird kritisch. Hygienische Probleme entstehen in Krankenhäusern, Altenheimen und auf den Straßen. Die Wasser- und Müllentsorgung funktioniert nicht mehr – es besteht Seuchengefahr. Ohne funktionierende Kühlketten verderben Lebensmittel.

Vorbereitung auf Blackout: Die Grundausstattung

Eine gründliche Vorbereitung auf Blackout umfasst mehrere Bereiche. Das BBK empfiehlt, sich mindestens 10 Tage selbst versorgen zu können.

Beleuchtung und Licht

Bei der Verivox-Umfrage gaben 71 Prozent der vorbereiteten Haushalte an, Beleuchtungsmittel bevorratet zu haben – damit ist dies die häufigste Vorsorgemaßnahme.

Empfohlene Ausstattung: LED-Taschenlampen (mehrere, verteilt in der Wohnung), Stirnlampen für freie Hände, Kerzen und Streichhölzer/Feuerzeug, batteriebetriebene Campinglampen, Solar-Lampen für den Außenbereich.

Wichtig: Halte ausreichend Ersatzbatterien bereit. Bei Kerzen: Brandgefahr beachten und nie unbeaufsichtigt brennen lassen!

Wasser und Lebensmittel

65 Prozent der vorbereiteten Haushalte haben Nahrungsvorräte angelegt. Das BBK empfiehlt pro Person und Tag mindestens 2 Liter Wasser – für 10 Tage also 20 Liter pro Person.

Kategorie Empfehlung (pro Person/10 Tage)
Trinkwasser 20 Liter (Minimum)
Getreide/Brot 3,5 kg (Nudeln, Reis, Haferflocken, Knäckebrot)
Gemüse/Hülsenfrüchte 4 kg (Konserven)
Obst 2,5 kg (Konserven, Trockenobst)
Fleisch/Fisch/Eier 1,5 kg (Konserven, Volleipulver)
Milchprodukte 2,6 kg (H-Milch, Hartkäse)

Kochen ohne Strom

Bei einem Blackout funktionieren weder Elektroherd noch Mikrowelle. Alternativen sind unverzichtbar:

Campingkocher: Gaskocher mit Kartuschen (Vorrat für mehrere Tage), Spirituskocher als Alternative, nur im Freien oder bei sehr guter Belüftung verwenden!

Weitere Optionen: Grill (nur draußen), Fondue-Set, Feuerschale im Garten.

⚠️ Warnung: Verwende niemals Holzkohle-Grills, Gaskocher oder Heizpilze in geschlossenen Räumen! Es besteht akute Vergiftungsgefahr durch Kohlenmonoxid.

Wärme bei Stromausfall im Winter

Ein Blackout im Winter ist besonders kritisch, da die meisten Heizungen ohne Strom nicht funktionieren – auch Gas- und Ölheizungen benötigen elektrische Pumpen und Steuerungen.

Vorbereitung: Warme Kleidung und Decken bereitlegen, einen Raum als „Wärmeinsel” einrichten (kleinster Raum, gut isoliert), Schlafsäcke für extreme Kälte, bei Kaminofen: ausreichend Brennholz bevorraten.

Wichtig: Regelmäßig lüften, auch bei Kälte – Sauerstoffmangel ist gefährlich!

Kommunikation und Information

Ohne Strom fallen Internet, Fernsehen und schnell auch das Mobilfunknetz aus. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio ist dann die einzige Informationsquelle.

Empfohlene Ausstattung: Kurbelradio (benötigt keine Batterien), DAB+/UKW-Radio mit Batteriebetrieb, Powerbank (vollständig geladen), Solar-Ladegerät für längere Ausfälle.

Wichtige Sender bei Katastrophen: Deutschlandfunk (verschiedene UKW-Frequenzen), lokale öffentlich-rechtliche Sender, die Warn-App NINA (solange Akku reicht).

Bargeld vorhalten

57 Prozent der vorbereiteten Haushalte haben Bargeld bevorratet. Bei einem Blackout funktionieren weder Geldautomaten noch Kartenzahlung.

Empfehlung: Halte einen Bargeldvorrat in kleinen Scheinen und Münzen bereit. Die Höhe hängt von deiner Situation ab – eine Woche Grundversorgung sollte möglich sein.

Hygiene und Gesundheit

57 Prozent der vorbereiteten Haushalte haben Vorräte im Bereich Hygiene und Gesundheit angelegt.

Hygiene: Toilettenpapier, Feuchttücher (wichtig bei Wasserausfall!), Müllbeutel, Handdesinfektionsmittel, Campingtoilette oder Eimer mit Deckel und Müllbeuteln.

Hausapotheke: Persönliche Dauermedikation für mindestens 14 Tage, Schmerzmittel, Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer.

Notstrom: Welche Optionen gibt es?

Nur 21 Prozent der vorbereiteten Haushalte besitzen ein Notstromaggregat. Die Anschaffung ist teuer, kann aber bei längeren Ausfällen entscheidend sein.

Option Vorteile Nachteile
Powerstation Leise, mobil, wartungsarm Begrenzte Kapazität, teuer
Benzin-Generator Hohe Leistung, günstig Laut, Abgase, Brandgefahr
Solar + Speicher Unabhängig, leise Wetterabhängig, hohe Investition
E-Auto als Speicher Große Kapazität, oft vorhanden Nicht alle Modelle geeignet

💡 Tipp: Wer ein E-Auto besitzt, sollte den Akku möglichst immer geladen halten. Bei einigen Modellen lässt sich die Batterie als Notstromquelle nutzen (Vehicle-to-Home).

Checkliste: Vorbereitung auf Blackout

Bereich Maßnahme
Licht Taschenlampen, Kerzen, Batterien
Wasser 20 Liter pro Person für 10 Tage
Lebensmittel Haltbare Vorräte für 10 Tage
Kochen Campingkocher + Brennstoff
Wärme Decken, Schlafsäcke, warme Kleidung
Radio Batterie-/Kurbelradio
Kommunikation Powerbank, wichtige Nummern ausgedruckt
Bargeld Kleine Scheine und Münzen
Hygiene Toilettenpapier, Feuchttücher, Müllbeutel
Medikamente Hausapotheke + persönliche Medikation
Dokumente Wichtige Papiere griffbereit
Notfallplan Familie informiert, Treffpunkte vereinbart

Sofortmaßnahmen wenn der Strom ausfällt

Auch bei guter Vorbereitung solltest du im Fall eines Stromausfalls einige Sofortmaßnahmen treffen:

1. Ruhe bewahren: Die meisten Stromausfälle sind nach wenigen Stunden behoben. Keine Panik!

2. Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen halten: Ein voller Gefrierschrank hält die Kälte bis zu 48 Stunden, wenn er nicht geöffnet wird.

3. Informationen sammeln: Radio einschalten (Batterie/Kurbel), Nachbarn fragen – ist nur dein Haus betroffen oder das ganze Viertel?

4. Handy-Akku schonen: Nur für wichtige Kommunikation nutzen, Flugmodus aktivieren wenn kein Netz verfügbar.

5. Wasser bevorraten: Solange die Wasserversorgung noch funktioniert: Badewanne und Eimer füllen.

6. Elektrische Geräte ausschalten: Verhindert Schäden durch Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert ein Blackout typischerweise?
Normale Stromausfälle werden meist innerhalb weniger Stunden behoben. Bei einem echten Blackout mit beschädigter Infrastruktur kann die Wiederherstellung mehrere Tage dauern. Das BBK empfiehlt daher, sich auf mindestens 10 Tage vorzubereiten.
Funktioniert die Wasserversorgung bei einem Blackout?
Das hängt von der lokalen Infrastruktur ab. Viele Wasserwerke haben Notstromversorgung, aber die Pumpen in Hochhäusern funktionieren ohne Strom nicht. Wasservorrat ist daher essentiell – mindestens 2 Liter pro Person und Tag.
Wie heize ich ohne Strom?
Gas- und Ölheizungen benötigen Strom für Pumpen und Steuerung. Alternativen: Kaminofen (mit Brennholzvorrat), Petroleumofen (nur mit Belüftung!), viele Decken und Schlafsäcke. Konzentriere dich auf einen kleinen Raum als „Wärmeinsel”.
Lohnt sich ein Notstromaggregat?
Für die meisten Haushalte ist ein Notstromaggregat nicht zwingend nötig. Sinnvoller sind Powerbanks, Kurbelradio und alternative Lichtquellen. Wer auf medizinische Geräte angewiesen ist, sollte jedoch über eine Notstromlösung nachdenken.
Wie erfahre ich bei einem Blackout, was passiert?
Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio ist bei einem Blackout die wichtigste Informationsquelle. Der Deutschlandfunk und lokale öffentlich-rechtliche Sender informieren über die Lage. Die Warn-App NINA funktioniert, solange dein Handy-Akku reicht.
Was kostet eine Blackout-Vorbereitung?
Eine Grundausstattung (Taschenlampen, Batterien, Kurbelradio, Campingkocher, Vorräte) kostet etwa 150-300 Euro pro Person. Verteile die Anschaffungen auf mehrere Monate und kaufe bei jedem Einkauf etwas zusätzlich.
Wo bekomme ich offizielle Informationen zur Blackout-Vorsorge?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bietet den Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen” kostenlos auf bbk.bund.de an – als PDF-Download oder gedruckte Broschüre.

Fazit: Vorbereitung auf Blackout ist keine Paranoia

Die Vorbereitung auf Blackout ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortungsbewusstsein. Das Forschungsforum Öffentliche Sicherheit betont: Es geht nicht darum, Panik zu erzeugen, sondern Handlungsfähigkeit zu schaffen. Wer versteht, wie Krisen ablaufen und welche Optionen es gibt, fühlt sich bereits im Alltag sicherer.

Die skandinavischen Länder gelten als Vorbild, wo Vorbereitung stärker in der Gesellschaft verankert ist. Deutschland muss hier nachziehen – und das beginnt bei jedem einzelnen Haushalt.

Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen: Eine Taschenlampe, ein paar Batterien, einige Wasserflaschen. Baue deine Vorbereitung Schritt für Schritt aus. So bist du im Ernstfall nicht hilflos – und kannst auch deinen Nachbarn helfen.

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