Mit einem Gasvergleich können Sie viel Geld sparen. Der stern erklärt, welche Kriterien wirklich zählen und wie Sie Kostenfallen vermeiden.
Wer den Gasversorger wechselt, spart bis zu 800 Euro Ersparnis pro Jahr. Das rechnet sich gerade für Haushalte mit mehreren Personen: Schon wenige Cent Unterschied pro Kilowattstunde ziehen dreistellige Summen nach sich. Dennoch verbleiben laut Bundesnetzagentur 16 Prozent aller Verbraucher weiterhin in der Grundversorgung und damit dem teuersten Tarifsegment auf dem Markt. Auch alte Lieferverträge erhöhen die Rechnung oft unnötig. Ein Wechsel lohnt sich deshalb fast immer. Entscheidend ist der richtige Gasvergleich.
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Ursprünglich berichtet von: Stern
Die Gaspreise in Deutschland liegen hinter einer turbulenten Zeit. Zwischen 2020 und 2022 stiegen die Kosten zeitweise auf das Zehnfache. Grund dafür: die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen, die mit Beginn des Ukrainekrieges nahezu zum Erliegen kamen.
Versorger mussten die Speicher um jeden Preis füllen, die Beschaffungskosten explodierten und die Rechnung landete am Ende beim Verbraucher. Seit 2023 beruhigten sich die Preise wieder, liegen aber noch über dem Vorkriegsniveau.
Laut Verivox zahlen Verbraucher im Schnitt 8,13 Cent pro Kilowattstunde. Vor der Energiekrise reichten dafür rund 4 Cent. Diese Zahlen erfassen die Grundversorger allerdings nicht. Rechnet man sie ein, kommt laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ein Durchschnittspreis von etwa 12 Cent pro Kilowattstunde heraus.
Die Schwankungen zeigen: Gas ist ein volatiler Energieträger, dessen Preis stark vom Weltmarkt und der geopolitischen Lage abhängt. China etwa verschärft mit seinem hohen Energiebedarf die globale Nachfrage.
Kalte Winter in Europa heizen die Preise zusätzlich an, militärische Ereignisse wie die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline verschlimmern die Lage. Immerhin drücken neue Gasfelder und gut gefüllte deutsche Speicher das Preisniveau. (Lesen Sie auch: Strompreise fallen: Bis 700 Euro Sparen –…)
Doch trotzdem werden die Gaspreise weiter steigen. Das hat zwei Gründe. Zum einen müssen Lieferanten CO₂-Zertifikate erwerben, die jedes Jahr teurer werden. Zum anderen fließen neben Beschaffung, Abgaben und Steuern auch die Netzentgelte in den Endkundenpreis.
Mit diesem Posten finanzieren die Netzbetreiber Wartung und Ausbau des Gasnetzes. Weil jedoch immer mehr Haushalte von Gasheizung auf Wärmepumpe umsatteln, verteilen sich die Netzkosten auf immer weniger Kunden, was die Preise nach oben treibt.
Diese Aufwärtsspirale durchbricht nur der regelmäßige Wechsel in einen günstigeren Tarif. Ein Angebot, das lediglich 2 Cent pro Kilowattstunde unter Ihrem alten Tarif liegt, spart bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bereits 400 Euro.
Noch größer fällt der Effekt in der Grundversorgung aus. Sie kostet am meisten, weil Grundversorger gesetzlich jeden Haushalt beliefern müssen und entsprechend hohe Risikoaufschläge kalkulieren. Ihre Tarife liegen im Schnitt über 12 Cent pro Kilowattstunde, günstige Anbieter starten dagegen bei etwa 8 Cent. Wer 20.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, spart damit rund 800 Euro.
Jeder Gastarif besteht aus zwei Komponenten: dem Grundpreis und dem Arbeitspreis.
Welcher Mix passt, hängt vom Verbrauch ab. Haushalte mit weniger als 10.000 Kilowattstunden pro Jahr profitieren meist von einem niedrigen Grundpreis, selbst wenn der Arbeitspreis etwas höher liegt. Bei hohem Verbrauch zählt umgekehrt der niedrige Arbeitspreis mehr als der Grundpreis.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das: Bei 15.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einem um einen Cent günstigeren Arbeitspreis sparen Sie 150 Euro. Selbst wenn der Grundpreis dafür um 60 Euro höher liegt, bleiben unterm Strich 90 Euro Ersparnis.
Wichtig: Vergleichen Sie Tarife niemals nur über die einzelnen Preisbestandteile. Entscheidend ist der Mittelwert. Bei einem Verbrauch von 10.000 Kilowattstunden, einem Arbeitspreis von 7 Cent pro Kilowattstunde und einem Grundpreis von 120 Euro pro Jahr zahlen Sie 820 Euro. Geteilt durch den Jahresverbrauch ergibt das einen Mittelwert von 8,2 Cent pro Kilowattstunde und genau diesen Wert vergleichen Sie mit anderen Tarifen.
Für einen Gasvergleich besuchen Sie entweder eine Vergleichsplattform wie Verivox oder Check24 oder gehen direkt auf die Website eines Versorgers. Nutzen Sie idealerweise beide Portale. Vergleichsportale bieten zwar einen übersichtlichen Vergleich, direkt beim Anbieter gibt es aber manchmal günstigere Tarife, da sie für Direktkunden keine Provisionen einkalkulieren müssen.
Auf jeder Plattform begegnet Ihnen ein Preisrechner. Zwei Angaben sind Pflicht: (Lesen Sie auch: Günstig Urlaub Buchen: So Sparen Sie bis…)
Nach Eingabe dieser Daten zeigt Ihnen das Vergleichsportal oder der Anbieter eine Liste verfügbarer Tarife, zumeist sortiert nach den effektiven Jahreskosten. Diese Kosten berücksichtigen Grund- und Arbeitspreis sowie eventuelle Boni und Rabatte im ersten Jahr.
Manchmal steht aber auch der Arbeitspreis im Vordergrund. Schauen Sie sich daher immer die Tarifdetails an und rechnen nach, ob der Grundpreis bereits enthalten ist. Achten Sie zudem darauf, ob die ersten Ergebnisse als Anzeige gekennzeichnet sind. Obwohl sie oben stehen, sind sie dann nicht immer die günstigsten.
Jetzt beginnt die eigentliche Feinarbeit. Setzen Sie mindestens folgende Filter:
Diese Kombination schützt vor langer Bindung und lässt Ihnen Luft für den nächsten Wechsel, falls sich der Markt dreht. Schließen Sie zudem Tarife mit Vorkasse oder Kaution aus. Geht der Anbieter pleite, ist Ihr Geld meist verloren.
Dasselbe gilt für Pakettarife mit fester Abnahmemenge: Verbrauchen Sie weniger, verfällt der Rest. Verbrauchen Sie mehr, kostet jede zusätzliche Kilowattstunde einen höheren Preis.
Ob Sie Ökogas beziehen wollen, entscheiden Sie ebenfalls über die Filter. Prüfen Sie dabei, wie der Anbieter den Begriff definiert – geschützt ist er nicht. Manche Versorger kaufen lediglich CO₂-Zertifikate zum Ausgleich für ihr konventionelles Erdgas.
Andere mischen anteilig oder vollständig klimaneutrales Biogas bei. Ein Blick in die Tarifbeschreibung klärt, wofür Sie tatsächlich zahlen.
Die Preisgarantie zählt zu den wichtigsten Vertragsmerkmalen und schützt Sie vor unerwarteten Kostensteigerungen. Sie verhindert, dass der Anbieter den Preis innerhalb eines festgelegten Zeitraums anhebt. Doch Preisgarantie ist nicht gleich Preisgarantie. Die Unterschiede liegen im Detail.
Die sinnvolle Laufzeit einer Preisgarantie richtet sich nach der Laufzeit des Vertrages. Im Idealfall deckt die Preisgarantie die komplette Erstlaufzeit ab, mindestens aber zwölf Monate. Verlängert sich der Vertrag automatisch, endet die Garantie meist zugleich. Wer rechtzeitig wechselt, sichert sich eine neue und startet wieder mit stabilen Preisen.
In Mietwohnungen fließt das Gas auf zwei Wegen: entweder über einen eigenen Zähler oder über eine zentrale Heizungsanlage, die der Vermieter in den Nebenkosten abrechnet. Davon hängt ab, ob Sie als Mieter aktiv vergleichen können. (Lesen Sie auch: Autoversicherung Preiserhöhung 2025: So Sparen Autofahrer Jetzt)
Mit eigenem Gaszähler in der Wohnung und einem selbst abgeschlossenen Vertrag sind Sie so frei wie jeder Hauseigentümer. Sie brauchen keine Zustimmung des Vermieters und wechseln jederzeit.
Anders liegt der Fall bei der Zentralheizung.
Dann bestimmt der Vermieter den Versorger und legt die Kosten über die Nebenkosten um. Ihre direkte Wahl entfällt.
Machtlos bleiben Sie trotzdem nicht. Das Mietrecht verpflichtet Vermieter zum wirtschaftlichen Verhalten (§ 556 Abs. 3 BGB). Liegt der Tarif weit über dem Marktniveau, können Sie den Vermieter auf günstigere Alternativen hinweisen. Ein fundierter Gasvergleich liefert die Zahlen dazu. Reagiert er nicht, kommt unter Umständen eine Mietminderung in Betracht, doch dieser Weg ist rechtlich heikel und gehört in die Hände eines Anwalts.
Eine weitere Option: Schlagen Sie bei anstehenden Sanierungen den Umstieg auf eigene Zähler vor. Das lohnt sich oft auch wirtschaftlich und gibt Ihnen als Mieter die volle Kontrolle über Verbrauch und Anbieter.
Der Gasvergleich ist der einfachste und wirksamste Hebel gegen steigende Energiekosten. Wer regelmäßig prüft, die Grundversorgung verlässt und teure Altverträge kündigt, holt sich mehrere hundert Euro pro Jahr zurück. Dabei zählen nicht einzelne Preisbestandteile, sondern die Gesamtkosten.
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Bei anhaltend volatilen Gaspreisen gilt: Markt im Blick behalten, flexibel bleiben – und jährlich gegenrechnen.
Ein Gasvergleich zeigt, wie weit Ihr aktueller Tarif vom Marktpreis abweicht. Wer aus der Grundversorgung in einen günstigen Tarif wechselt, spart bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden rund 800 Euro. Selbst bei bestehenden Altverträgen liegen oft mehrere Hundert Euro pro Jahr drin.
Mindestens einmal pro Jahr. Idealerweise einige Wochen vor Ablauf der Preisgarantie. Dann lassen sich Anbieterwechsel rechtzeitig einfädeln, bevor Altverträge sich automatisch verlängern und Boni wegfallen. Ein Vergleich dauert wenige Minuten. (Lesen Sie auch: Strompreise Senkung: So Viel Geld Sparen Haushalte…)
Zwei Angaben genügen: Ihre Postleitzahl und Ihr Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Den Verbrauch entnehmen Sie Ihrer letzten Jahresabrechnung. Liegt noch keine Rechnung vor, helfen Standardwerte aus den Rechnern, die sich an der Wohnfläche orientieren.
Meist fährt man mit einer Kombination beider Wege am besten. Portale liefern den Marktüberblick, direkte Websites halten teils exklusive Tarife für Neukunden bereit. Ein Gegencheck lohnt sich fast immer.
Die Garantie sollte die komplette Erstlaufzeit abdecken, mindestens jedoch zwölf Monate. Eine vollständige Preisgarantie sichert sämtliche Preisbestandteile bis auf die Mehrwert- und Stromsteuer ab. Eine eingeschränkte Preisgarantie klammert Steuern, Abgaben und Umlagen aus. Steigen diese, zahlen Sie mehr.
Finger weg von Tarifen mit Vorkasse oder Kaution: Bei Insolvenz des Anbieters ist Ihr Geld meist verloren. Auch Pakettarife mit fester Abnahmemenge bergen Risiken. Ungenutztes Gas verfällt, bei Mehrverbrauch zahlen Sie hohe Aufschläge. Ebenso kritisch sind Laufzeiten über zwölf Monate und Kündigungsfristen von mehr als vier Wochen.
Der Arbeitspreis fällt pro verbrauchter Kilowattstunde an und macht den Großteil der Rechnung aus. Je nach Anbieter zwischen 8 und 14 Cent. Der Grundpreis ist eine feste Jahresgebühr für Zähler, Abrechnung und Netzanschluss, üblicherweise zwischen 80 und 200 Euro. Für den Vergleich zählt der Mittelwert aus beiden Komponenten.
Ja – sofern Sie einen eigenen Gaszähler in der Wohnung haben und den Vertrag selbst abschließen. Dann wechseln Sie so frei wie jeder Hauseigentümer. Bei einer Zentralheizung wählt der Vermieter den Anbieter, doch auch hier haben Sie Hebel: Das Mietrecht verpflichtet Vermieter zum wirtschaftlichen Handeln. Liegt der Tarif deutlich über dem Marktpreis, können Sie den Vermieter mit einem fundierten Vergleich konfrontieren.
Der Begriff „Ökogas“ ist nicht geschützt. Manche Anbieter kaufen lediglich CO₂-Zertifikate als Ausgleich, andere mischen klimaneutrales Biogas bei. Prüfen Sie die Tarifdetails oder Gütesiegel wie „Grüner Strom Label“ und „ok-power“, bevor Sie sich für einen Tarif entscheiden.
Der neue Anbieter regelt den Wechsel normalerweise vollständig – inklusive der Kündigung beim alten Versorger. Die Umstellung läuft automatisch, die Gasversorgung bleibt ohne Unterbrechung bestehen. Je nach Kündigungsfrist beim bisherigen Anbieter dauert der komplette Wechsel zwischen zwei Wochen und drei Monaten.
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