Verdi Streik ÖPNV: Bundesweiter Warnstreik am 2. Februar
Lesezeit: 5 Minuten
Verdi Streik ÖPNV: Bundesweiter Warnstreik
Der Verdi Streik legt am Montag, 2. Februar 2026, den öffentlichen Nahverkehr in zahlreichen deutschen Großstädten lahm. Betroffen sind rund 100.000 Beschäftigte in 150 kommunalen Verkehrsunternehmen. In den betroffenen Städten werden voraussichtlich keine Busse und Bahnen fahren. Die S-Bahn in Berlin fährt planmäßig.
Das Wichtigste in Kürze
- Datum: Montag, 2. Februar 2026
- Dauer: Ganztägiger Warnstreik ab Betriebsbeginn
- Betroffene: ~100.000 Beschäftigte in 150 Verkehrsunternehmen
- Auswirkung: ÖPNV kommt voraussichtlich zum Erliegen
- Nicht betroffen: S-Bahn Berlin, Deutsche Bahn, Niedersachsen
- Verdi-Forderung: Bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Schichten
- Nächste Verhandlung: 11.-13. Februar 2026 in Potsdam
Am 2. Februar 2026 müssen sich Pendler in ganz Deutschland auf massive Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand beginnt mit der Frühschicht und dauert den gesamten Tag an.

Der Streik ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben. Verdi fordert vor allem bessere Arbeitsbedingungen und eine Entlastung der Beschäftigten.
Welche Städte sind vom Verdi Streik betroffen?
Der Warnstreik betrifft nahezu alle großen Städte in Deutschland. Hier findest du eine Übersicht der betroffenen Verkehrsbetriebe nach Bundesländern:
| Bundesland | Betroffene Städte |
|---|---|
| Baden-Württemberg | Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen, Konstanz |
| Hessen | Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Gießen, Marburg |
| Nordrhein-Westfalen | Köln, Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Gelsenkirchen, Oberhausen, Bielefeld |
| Berlin | U-Bahn, Tram, Bus (S-Bahn fährt!) |
| Bremen | BSAG (Straßenbahn und Busse) |
| Schleswig-Holstein | Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg |
| Bayern | München, Nürnberg und weitere |
⚠️ Wichtig: Die etwa 5.000 Beschäftigten in Niedersachsen sind vom Streik ausgenommen, da dort noch die Friedenspflicht gilt. Auch die Deutsche Bahn und die S-Bahn Berlin sind nicht betroffen.
Was fordert Verdi im Tarifstreit?
Im Mittelpunkt der Tarifverhandlungen stehen bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr. Die Kernforderungen von Verdi:
| Forderung | Details |
|---|---|
| Kürzere Wochenarbeitszeit | Verkürzung der regulären Arbeitszeit |
| Kürzere Schichtzeiten | Reduzierung der maximalen Schichtlänge |
| Längere Ruhezeiten | Mindestens 11 Stunden ohne Ausnahme |
| Höhere Zuschläge | Bessere Bezahlung für Nacht- und Wochenendarbeit |
| Lohnerhöhung (regional) | In Bayern, Brandenburg, Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn |
Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, betont: “Wir brauchen dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden.”
Warum streikt Verdi jetzt?
Die Arbeitgeber haben bei der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Mehr noch: Sie fordern teilweise sogar Verschlechterungen wie längere Schichten oder die Streichung des Krankengeldzuschusses.
Verdi-Verhandlungsführer Jan Bleckert kritisiert: “Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist ein Angriff auf bestehende Vereinbarungen. Damit wird der ÖPNV als Daseinsvorsorge gefährdet.”
Die Gewerkschaft argumentiert, dass Überstunden derzeit für Arbeitgeber günstiger seien als Neueinstellungen. Die Beschäftigten würden durch Arbeitsverdichtung stark belastet. Eine Studie von Verdi und der Klimaallianz Deutschland belegt, dass die Belastungen durch Schichtarbeit im Fahrdienst besonders hoch sind.

Was fährt trotz Streik?
Nicht alle Verkehrsmittel sind vom Verdi Streik betroffen. Folgende Alternativen stehen dir zur Verfügung:
✅ Diese Verkehrsmittel fahren planmäßig:
- S-Bahn Berlin (betrieben von der Deutschen Bahn)
- Deutsche Bahn (Regional- und Fernverkehr)
- ÖPNV in Niedersachsen (Friedenspflicht)
- ASEAG Aachen (nicht Teil der Tarifverhandlungen)
- Private Busunternehmen (je nach Vertrag)
Die weiteren Streiks im Überblick
Der ÖPNV-Streik am 2. Februar ist Teil einer größeren Streikwelle. Auch in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes laufen Tarifverhandlungen:
| Tarifrunde | Betroffene | Forderung |
|---|---|---|
| Öffentlicher Dienst der Länder | 2,2 Mio. Beschäftigte | 7% mehr Gehalt, mind. 300 € |
| Hochschulen & Forschung | Über 60 Standorte | Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte |
| Universitätskliniken | 22 Standorte | Bessere Bezahlung, Entlastung |
| Kommunaler Nahverkehr | ~100.000 Beschäftigte | Bessere Arbeitsbedingungen |
Die nächsten Verhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder finden am 11. und 12. Februar 2026 in Potsdam statt. Für den kommunalen Nahverkehr ist die nächste Runde vom 11. bis 13. Februar angesetzt.
So bereitest du dich auf den Streiktag vor
- Prüfe am Vorabend die Website deines Verkehrsunternehmens
- Plane alternative Routen (Auto, Fahrrad, Fahrgemeinschaft)
- Nutze die S-Bahn und Deutsche Bahn als Alternative
- Informiere deinen Arbeitgeber rechtzeitig über mögliche Verspätungen
- Arbeite wenn möglich im Homeoffice
Häufige Fragen zum Verdi Streik im ÖPNV
Fazit: So kommst du durch den Streiktag
Der Verdi Streik am 2. Februar 2026 wird den öffentlichen Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmlegen. Plane deinen Tag frühzeitig und nutze Alternativen wie die Deutsche Bahn, Fahrgemeinschaften oder das Homeoffice. Die Tarifverhandlungen gehen im Februar weiter – weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.
Aktuelle Informationen zu Ausfällen und Ersatzverkehr findest du auf den Websites deines lokalen Verkehrsunternehmens sowie in den Apps der Verkehrsverbünde.
Autor: Redaktion wermachtwas.online | Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2026 | Quellen: Verdi, ADAC, hessenschau, t-online, Verkehrsunternehmen
