📖 Lesezeit: 8 Minuten | Stand: 20. Januar 2026
🌌 Kurz & Knapp: Polarlichter in Bayern sind am 20. Januar 2026 bei einem KP-Index von 8,33 wieder möglich. Ein G4-Sonnensturm sorgt aktuell für beste Chancen auf Nordlichter – sogar im Süden Deutschlands. Hier erfährst du, wo du hinschauen musst und wie du das Spektakel mit dem Handy fotografierst.
Polarlichter in Bayern galten lange Zeit als absolute Seltenheit. Doch am 20. Januar 2026 stehen die Chancen so gut wie selten: Ein starker Sonnensturm der Klasse G4 mit einem KP-Index von bis zu 8,33 trifft aktuell auf das Erdmagnetfeld. Wer heute Nacht nach Norden schaut, könnte das faszinierende Naturschauspiel auch über dem Freistaat erleben – und mit dem Smartphone festhalten.
🔭 Das Wichtigste in Kürze:
Am 18. Januar 2026 ereignete sich auf der Sonne ein X1.9-Flare – eine der stärksten Eruptionen der letzten Monate. Die dabei freigesetzte Plasmawolke (koronaler Massenauswurf, CME) hat die Erde erreicht und löst aktuell einen geomagnetischen Sturm der Stufe G4 aus. Der KP-Index – das Maß für die Stärke geomagnetischer Störungen – liegt derzeit bei beeindruckenden 8,33 von maximal 9.
| Zeitraum | Erwarteter KP-Index | Chancen Bayern |
|---|---|---|
| 19.01., 18:25-20:30 Uhr | 8,3 | Sehr gut (fotografisch & visuell) |
| 19.01., 20:30-23:30 Uhr | 8,7 | Hervorragend |
| 19.01., 23:30-02:30 Uhr | 7,7 | Gut (fotografisch sicher) |
Bereits in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar 2026 leuchteten Polarlichter über Bayern. Besonders eindrucksvoll war das Spektakel am Vogelberg bei Bischberg im Landkreis Bamberg zu beobachten. Bei minus zehn Grad und sternklarem Himmel bot sich Beobachtern ein seltener Anblick: Farbenfrohe Nordlichter tanzten über dem fränkischen Horizont.
Der KP-Index ist eine Skala von 0 bis 9, die die Intensität geomagnetischer Stürme misst. Je höher der Wert, desto weiter südlich sind Polarlichter sichtbar. Für Bayern gilt als Faustregel: Ab einem KP-Index von 7 bis 8 besteht eine realistische Chance auf Nordlichter.
| KP-Index | Sichtbar bis (ca.) | Beispiel |
|---|---|---|
| Kp 5 | 60. Breitengrad | Oslo (Norwegen) |
| Kp 6 | 55. Breitengrad | Flensburg |
| Kp 7 | 50. Breitengrad | Frankfurt |
| Kp 8 | 45. Breitengrad | München, Alpenrand |
| Kp 9 | 40. Breitengrad | Madrid (Spanien) |
💡 Wichtig zu wissen: Viele Beobachter in Bayern haben Polarlichter bereits bei einem KP-Index von 4,33 fotografisch festgehalten – obwohl sie mit bloßem Auge kaum sichtbar waren. Der Kamerasensor erfasst das schwache Licht deutlich besser als das menschliche Auge. Im Zweifel: Einfach ein Testfoto mit dem Smartphone machen!
Für eine erfolgreiche Polarlicht-Beobachtung in Bayern brauchst du drei Dinge: freien Blick nach Norden, wenig Lichtverschmutzung und einen klaren Himmel. Diese Orte haben sich bewährt:
Bernhard Buchner, Leiter der Volkssternwarte München, erklärt: „Man muss zur richtigen Zeit zum richtigen Bereich am Himmel schauen – typischerweise nach Norden. Zudem müssen die Bedingungen stimmen: dunkel, klar und das Phänomen darf nicht erst um vier Uhr morgens auftreten.”
Polarlichter treten in Bayern am häufigsten zwischen 22 Uhr und 2 Uhr nachts auf. Die Aktivität verläuft oft in mehreren Wellen – daher lohnt es sich, mehrfach nach draußen zu gehen und den Himmel zu checken.
| Zeitfaktor | Optimale Bedingung |
|---|---|
| Jahreszeit | September bis März |
| Uhrzeit | 22:00 bis 02:00 Uhr |
| Mondphase | Neumond oder Halbmond (weniger Lichtverschmutzung) |
| Wetter | Wolkenloser, klarer Himmel |
Polarlichter (Aurora Borealis) entstehen durch das Zusammenspiel von Sonnenaktivität, Erdmagnetfeld und Atmosphäre. Bei Sonneneruptionen werden geladene Teilchen ins All geschleudert. Diese Teilchen rasen als „Sonnenwind” Richtung Erde – etwa 2 bis 3 Tage nach der Eruption treffen sie ein.
Das Erdmagnetfeld lenkt die Teilchen zu den Polen. In der oberen Atmosphäre kollidieren sie mit Sauerstoff- und Stickstoffmolekülen. Diese werden angeregt und senden beim Zurückkehren in den Grundzustand Licht aus – das Polarlicht. Die verschiedenen Farben entstehen je nach Gas und Höhe:
Die Sonne durchläuft einen etwa 11-jährigen Aktivitätszyklus. Der aktuelle Sonnenzyklus 25 hat zwischen 2024 und 2026 sein Maximum erreicht – eine Phase mit besonders vielen Sonnenflecken, Eruptionen und koronalen Massenauswürfen. Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter in Deutschland ist aktuell so hoch wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.
Sami Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, bestätigt: „Die Sonne bleibt ziemlich aktiv. Für 2025 und 2026 erwarte ich weiterhin ein relativ hohes Niveau der Sonnenaktivität, sodass es nicht ausgeschlossen ist, dass wir auch später in diesem Jahr Polarlichter in Deutschland sehen werden.”
Moderne Smartphones sind erstaunlich gut darin, Polarlichter einzufangen – oft sogar besser als das menschliche Auge. Der Kamerasensor sammelt über mehrere Sekunden Licht und macht die Farben sichtbar, die wir nur als fahlen Schleier wahrnehmen.
📱 Foto-Tipps fürs Smartphone:
Falls dein Smartphone manuelle Einstellungen erlaubt, nutze diese Werte als Orientierung:
| Einstellung | Empfohlener Wert |
|---|---|
| ISO | 800-3200 |
| Belichtungszeit | 5-30 Sekunden |
| Fokus | Manuell auf Unendlich |
| Bildformat | RAW (falls verfügbar) |
Um keine Polarlicht-Nacht zu verpassen, solltest du dich rechtzeitig informieren. Diese kostenlosen Tools haben sich bewährt:
🔔 Tipp: Aktiviere in der „Polarlicht-Vorhersage”-App die Push-Benachrichtigungen. So wirst du automatisch informiert, wenn die Chancen auf Nordlichter steigen – auch mitten in der Nacht.
Damit du für die nächste Polarlicht-Nacht gewappnet bist, hier die wichtigsten Punkte:
Polarlichter in Bayern sind 2026 keine Ausnahme mehr, sondern eine realistische Möglichkeit. Der aktuelle G4-Sonnensturm mit einem KP-Index von 8,33 bietet hervorragende Chancen auf Nordlichter – auch im Süden Deutschlands. Wer heute Nacht nach draußen geht, einen dunklen Standort mit freiem Blick nach Norden wählt und das Smartphone bereit hält, könnte das faszinierende Naturschauspiel erleben. Die besten Orte: Starnberger See, Alpenvorland oder ländliche Regionen in Franken. Das Sonnenzyklus-Maximum dauert noch bis 2026 an – weitere Chancen werden folgen.
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