Meta Horizon Worlds: Verabschiedet sich von VR
Die virtuelle Realität (VR) verliert für Meta an Bedeutung: Das Unternehmen reduziert den Fokus auf seine VR-Welt. Meta Horizon Worlds wird in der 3D-Version für VR-Brillen eingestellt und künftig nur noch für Smartphones verfügbar sein. Der Konzern verlagert seine Prioritäten und investiert stattdessen massiv in Künstliche Intelligenz (KI).

Kernpunkte
- Meta stellt die VR-Version von Horizon Worlds am 15. Juni ein.
- Der Konzern verlagert den Fokus auf KI und AR-Brillen.
- Reality Labs, die VR-Sparte von Meta, verzeichnete Milliardenverluste.
- Meta will hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren für KI investieren.
| Unternehmen: | Meta |
|---|---|
| Umsatz: | 116,6 Milliarden US-Dollar (2023) |
| Gewinn/Verlust: | 39,1 Milliarden US-Dollar Gewinn (2023) |
| Mitarbeiterzahl: | 67.317 (Ende 2023) |
| Branche: | Technologie, Soziale Medien, Virtuelle Realität |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz +16%, Gewinn +69% |
Meta Horizon Worlds: Ein ambitioniertes Projekt mit Hindernissen
Meta Horizon Worlds, die virtuelle 3D-Welt, die einst als Eckpfeiler von Mark Zuckerbergs Vision des Metaverse galt, steht vor einer Neuausrichtung. Wie Stern berichtet, wird die 3D-Version für VR-Headsets am 15. Juni eingestellt. Stattdessen konzentriert sich Meta auf eine Version für mobile Geräte wie Smartphones. Dieser Schritt markiert eine deutliche Abkehr von der ursprünglichen Strategie, die VR als die nächste große Computerplattform etablieren sollte.
Die Entscheidung kommt nach Jahren hoher Investitionen in die Sparte Reality Labs, die für die Entwicklung von VR-Headsets wie der Quest-Reihe und Horizon Worlds verantwortlich ist. Trotz der ambitionierten Ziele blieben die Nutzerzahlen hinter den Erwartungen zurück. Reality Labs verzeichnete Quartal für Quartal operative Verluste in Milliardenhöhe. Im Jahr 2023 belief sich der Verlust auf rund 13,7 Milliarden US-Dollar. Angesichts dieser Zahlen scheint Meta nun die Reißleine zu ziehen und sich auf Bereiche mit größerem Wachstumspotenzial zu konzentrieren.
Der Aufstieg der KI: Ein neuer strategischer Fokus
Während die VR-Welt Horizon Worlds an Bedeutung verliert, rückt Künstliche Intelligenz (KI) immer stärker in den Fokus von Mark Zuckerberg. Der Meta-Chef will im Rennen um die KI-Zukunft mit Rivalen wie OpenAI (dem Entwickler von ChatGPT) und Google mithalten. Dafür plant Meta in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von hunderten Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren. Diese sollen die notwendige Infrastruktur für die Entwicklung und den Betrieb von KI-Anwendungen bereitstellen.
Dieser strategische Wandel spiegelt den aktuellen Trend in der Technologiebranche wider, in der KI als Schlüsseltechnologie für die Zukunft angesehen wird. Meta setzt dabei nicht nur auf generative KI, sondern auch auf die Integration von KI in seine bestehenden Produkte und Dienstleistungen. Ein Beispiel dafür sind die Meta-Brillen, die mit Kamera, Mikrofon und Lautsprechern ausgestattet sind und es den Nutzern ermöglichen, mit der Meta-KI zu interagieren. Die Software soll dank der Brillen sehen und hören, was die Nutzer gerade wahrnehmen, und so personalisierte Informationen und Unterstützung bieten.
Allerdings wird die Verlagerung des Fokus kritisch gesehen. Kritiker bemängeln, dass Meta zu schnell von einem Trend zum nächsten springt, ohne langfristige Visionen konsequent zu verfolgen. “Meta hat in den letzten Jahren viele verschiedene Strategien ausprobiert, von Social Gaming über Kryptowährungen bis hin zum Metaverse”, sagt Dr. Michael Müller, Ökonom am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). “Es ist fraglich, ob diese ständigen Kurswechsel für das Unternehmen langfristig von Vorteil sind.” (Lesen Sie auch: Fliesen Reinigen: So Strahlen Ihre wie Neu!)
Was bedeutet das für Verbraucher und die VR-Branche?
Die Entscheidung von Meta, die VR-Version von Horizon Worlds einzustellen, hat Auswirkungen auf verschiedene Akteure. Für Verbraucher bedeutet dies, dass die 3D-Erfahrung in der virtuellen Welt bald nicht mehr über VR-Headsets verfügbar sein wird. Ob die mobile Version die gleiche Immersion und Interaktivität bieten kann, bleibt abzuwarten. Für Entwickler, die Inhalte für Horizon Worlds erstellt haben, stellt sich die Frage, wie sie ihre Arbeit in Zukunft nutzen können.
Die VR-Branche insgesamt könnte durch den Schritt von Meta einen Dämpfer erfahren. Meta war einer der größten Investoren im Bereich VR und hat maßgeblich zur Entwicklung der Technologie beigetragen. Wenn Meta nun den Fokus verlagert, könnte dies andere Unternehmen dazu veranlassen, ihre VR-Strategien zu überdenken. Allerdings betont Meta, dass man die virtuelle Realität nicht grundsätzlich aufgebe. Sie habe sich zwar nicht so schnell entwickelt wie erhofft – aber die Branche wachse. So werde man weitere VR-Headsets herausbringen und sie auf die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen zuschneiden. Zudem konzentriert sich das Unternehmen auf Augmented Reality (AR) Brillen, wie die Ray-Ban Meta Smartglasses, die eine Mischung aus realer und digitaler Welt ermöglichen.
Die Umbenennung von Facebook zu Meta im Jahr 2021 war ein deutliches Signal für Zuckerbergs Vision des Metaverse. Der Name “Meta” leitet sich von “Metaverse” ab, einem Begriff für virtuelle Welten, in denen Menschen interagieren, arbeiten und spielen können. Mit der Umbenennung wollte Zuckerberg deutlich machen, dass Meta mehr sein sollte als nur ein Social-Media-Unternehmen.
Wie funktioniert die Meta KI in den neuen Brillen?
Die Meta KI, die in den neuen Brillen zum Einsatz kommt, ist darauf ausgelegt, den Nutzern im Alltag zu assistieren. Durch die Kombination von Kamera, Mikrofon und Lautsprechern kann die Brille die Umgebung des Nutzers wahrnehmen und darauf reagieren. So können Nutzer beispielsweise Fragen zur ihrer Umgebung stellen, ohne ihr Smartphone aus der Tasche nehmen zu müssen. Die KI kann auch Informationen über Objekte in der Umgebung liefern, Übersetzungen anbieten oder bei der Navigation helfen.
Ein Beispiel: Ein Tourist, der vor einem historischen Gebäude steht, kann die Meta KI fragen: “Was ist das für ein Gebäude?”. Die KI analysiert das Bild der Kamera und gibt Informationen über die Geschichte und Bedeutung des Gebäudes. Ein anderes Beispiel: Ein Nutzer, der ein unbekanntes Gericht auf einer Speisekarte sieht, kann die KI bitten, das Gericht zu übersetzen und zu erklären. Die KI greift auf eine Wissensdatenbank zu und liefert die gewünschten Informationen. Laut Meta soll die KI im Laufe der Zeit immer besser darin werden, die Bedürfnisse der Nutzer zu verstehen und personalisierte Unterstützung anzubieten. Datenschutzbedenken werden durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten minimiert. Handelsblatt berichtete, dass Metas KI-Assistenten ab 2024 auch in Deutschland verfügbar sein sollen.
Dieser Schritt markiert den Einstieg von Facebook in den Bereich der virtuellen Realität. (Lesen Sie auch: Macbook Neo Test: Ist Apples neues Notebook…)
Die Umbenennung unterstreicht die Fokussierung des Unternehmens auf das Metaverse.
Die virtuelle 3D-Welt soll ein zentraler Bestandteil des Metaverse werden.
Der Konzern verlagert den Fokus auf KI und AR-Brillen.
Historischer Vergleich: Second Life und die frühen virtuellen Welten
Die Entwicklung von Meta Horizon Worlds erinnert an frühere Versuche, virtuelle Welten zu etablieren. Ein bekanntes Beispiel ist Second Life, eine 2003 gestartete Online-Welt, in der Nutzer Avatare erstellen und miteinander interagieren konnten. Second Life erlebte in den 2000er Jahren einen großen Hype, konnte sich aber nicht langfristig als Massenphänomen durchsetzen. Ein Grund dafür war dielimitierte technologische Möglichkeiten der damaligen Zeit. Die Grafik war einfach, die Bedienung umständlich und die VR-Technologie noch nicht ausgereift.

Ein weiterer Unterschied zu Second Life ist die Fokussierung von Meta auf VR-Technologie. Während Second Life hauptsächlich auf Desktop-Computern genutzt wurde, sollte Horizon Worlds vor allem über VR-Headsets zugänglich sein. Diese Strategie erwies sich jedoch als problematisch, da VR-Headsets noch immer eine relativ geringe Verbreitung haben und viele Nutzer die Technologie als unbequem oder teuer empfinden. Laut Statista nutzten im Jahr 2023 rund 43 Millionen Menschen in Deutschland das Internet täglich. Demgegenüber steht die Anzahl der VR-Nutzer, die deutlich geringer ausfällt.
Meta steht nun vor der Herausforderung, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und eine Strategie zu entwickeln, die sowohl technologisch als auch wirtschaftlich tragfähig ist. Ob der Fokus auf KI und AR-Brillen der richtige Weg ist, wird die Zukunft zeigen. Golem.de berichtet, dass Meta plant, die KI-Funktionen in den Brillen kontinuierlich zu verbessern und neue Anwendungsfälle zu entwickeln. (Lesen Sie auch: KI Schule: Wie Verändert Künstliche Intelligenz das…)
Fazit: Meta zwischen Metaverse und KI – eine strategische Neuausrichtung
Die Entscheidung von Meta, die VR-Version von Horizon Worlds einzustellen, markiert eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens. Während das Metaverse-Projekt Horizon Worlds nicht die erhofften Erfolge brachte, setzt Meta nun verstärkt auf Künstliche Intelligenz (KI) und Augmented Reality (AR). Diese Verlagerung des Fokus spiegelt den aktuellen Trend in der Technologiebranche wider und könnte Meta langfristig neue Wachstumschancen eröffnen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob Meta mit dieser Strategie erfolgreich sein wird und ob die Nutzer die neuen KI-gestützten Produkte und Dienstleistungen annehmen werden. Die Zukunft von Meta wird maßgeblich davon abhängen, wie gut es dem Unternehmen gelingt, KI und AR in seinen Produkten zu integrieren und einen Mehrwert für die Nutzer zu schaffen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Meta Horizon Worlds?
Meta Horizon Worlds ist eine virtuelle 3D-Welt, die von Meta (ehemals Facebook) entwickelt wurde. Sie ermöglicht es Nutzern, Avatare zu erstellen, miteinander zu interagieren, Spiele zu spielen und eigene virtuelle Erlebnisse zu gestalten. Horizon Worlds war ein zentraler Bestandteil von Metas Vision des Metaverse.
Warum stellt Meta die VR-Version von Horizon Worlds ein?
Meta stellt die VR-Version von Horizon Worlds ein, weil die Nutzerzahlen hinter den Erwartungen zurückblieben und die Sparte Reality Labs, die für die Entwicklung von Horizon Worlds verantwortlich ist, hohe Verluste verzeichnete. Meta verlagert den Fokus auf KI und AR-Brillen.
Welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf die Nutzer?
Für Nutzer bedeutet die Einstellung der VR-Version von Horizon Worlds, dass sie die 3D-Erfahrung in der virtuellen Welt bald nicht mehr über VR-Headsets nutzen können. Ob die mobile Version die gleiche Immersion und Interaktivität bieten kann, bleibt abzuwarten. (Lesen Sie auch: Justin Theroux Baby: Überraschende Vaterfreuden mit 54!)
Was sind die Pläne von Meta im Bereich KI?
Meta plant, in den kommenden Jahren hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren für KI zu investieren. Der Konzern will im Rennen um die KI-Zukunft mit Rivalen wie OpenAI und Google mithalten und KI in seine bestehenden Produkte und Dienstleistungen integrieren.
Welche Rolle spielen die Meta-Brillen in der neuen Strategie?
Die Meta-Brillen, die mit Kamera, Mikrofon und Lautsprechern ausgestattet sind, sollen es den Nutzern ermöglichen, mit der Meta-KI zu interagieren. Die Software soll dank der Brillen sehen und hören, was die Nutzer gerade wahrnehmen, und so personalisierte Informationen und Unterstützung bieten.





