Klimawandel Weideflächen: Halbierung bis 2100 – Dramatische Folgen
Der Klimawandel Weideflächen betreffend, prognostizieren Studien drastische Einschränkungen: Bis zum Jahr 2100 könnten bis zu 50 Prozent der heutigen Weideflächen unbrauchbar werden. Dies betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch das Leben von Millionen Menschen, die von der Weidewirtschaft abhängig sind, sowie Milliarden von Weidetieren.

Die wichtigsten Fakten
- Bis 2100 könnten bis zu 50% der Weideflächen durch den Klimawandel unbrauchbar werden.
- Betroffen sind 110 bis 140 Millionen Menschen, die von Weidewirtschaft leben.
- Bis zu 1,6 Milliarden Weidetiere könnten betroffen sein.
- Afrika ist besonders gefährdet, mit möglichen Verlusten von bis zu 65% der Weideflächen.
Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf Weideflächen weltweit?
Der Klimawandel gefährdet Weideflächen durch steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und zunehmende Dürren. Diese Veränderungen führen zu einer Reduktion der Pflanzenvielfalt und -produktivität, was die Fähigkeit der Weideflächen, Tiere zu ernähren, erheblich einschränkt. Die Folgen sind nicht nur ökologischer, sondern auch ökonomischer und sozialer Natur, da die Lebensgrundlage vieler Gemeinschaften bedroht wird.
Rund ein Drittel der globalen Landfläche wird als Weideland genutzt. Diese Flächen sind essentiell für die Ernährungssicherheit und den Lebensunterhalt von Millionen Menschen. (Lesen Sie auch: Dunkelfeldstudie Gewalt: Was die neue Studie enthüllt)
Warum ist Afrika besonders stark betroffen?
Afrika ist aufgrund seiner geografischen Lage und seiner hohen Abhängigkeit von der Landwirtschaft besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. Viele Regionen des Kontinents liegen bereits am oberen Rand dessen, was klimatisch für die Weidehaltung noch verträglich ist. Zusätzlich verschärfen Faktoren wie Armut, politische Instabilität und Geschlechterungleichheit die Situation. Laut einer Meldung von Stern könnten die geeigneten Graslandflächen dort um bis zu 65 Prozent schrumpfen, falls der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen weiter steigt.
Welche Rolle spielen Dürren in Ostafrika?
Dürren in Ostafrika, wie in Kenia und am Horn von Afrika, treten immer häufiger und intensiver auf. Dies bedroht die Lebensgrundlage von nomadischen Viehzüchtern, deren Herden bereits jetzt unter schwierigen Bedingungen leiden. Die zunehmende Nahrungsmittelknappheit und Wasserknappheit verschärfen die Konflikte um Ressourcen und destabilisieren die Region zusätzlich.
Traditionelle Viehzuchtmethoden sind oft an die lokalen Umweltbedingungen angepasst. Der Klimawandel stellt diese Anpassungen jedoch vor neue, extreme Herausforderungen. (Lesen Sie auch: Klimawandel Januar: Extreme Wetterlagen Nehmen Weltweit zu)
Wie können sich Weidewirtschaften an den Klimawandel anpassen?
Anpassungsstrategien für Weidewirtschaften umfassen eine Vielzahl von Maßnahmen, darunter die Verbesserung des Weidemanagements, die Einführung dürreresistenter Pflanzenarten, die Diversifizierung der Einkommensquellen und die Stärkung der Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen. Auch der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen spielen eine wichtige Rolle. Experten betonen, dass eine Kombination aus lokalen Anpassungsmaßnahmen und globalen Klimaschutzbemühungen notwendig ist, um die Zukunft der Weidewirtschaft zu sichern.
Das Umweltbundesamt bietet Informationen zu Anpassungsstrategien in der Landwirtschaft.
Chaohui Li, Erstautorin der Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), betont, dass die Veränderungen besonders spürbar in Ländern seien, “wo die Menschen bereits unter Hunger, wirtschaftlicher und politischer Instabilität sowie hoher Geschlechterungleichheit leiden”.
Welche politischen Maßnahmen sind erforderlich, um Weideflächen zu schützen?
Politische Maßnahmen zum Schutz von Weideflächen umfassen die Reduktion von Treibhausgasemissionen, die Förderung nachhaltiger Landwirtschaftspraktiken, die Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen in gefährdeten Regionen und die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Es ist wichtig, dass politische Entscheidungsträger die Bedeutung der Weidewirtschaft für die globale Ernährungssicherheit und den Lebensunterhalt von Millionen Menschen anerkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) setzt sich international für nachhaltige Landwirtschaft ein. (Lesen Sie auch: Gesundheit: Adipositas erhöht Risiko für schwere Infektionen…)
Maximilian Kotz, Co-Autor der Studie, erklärt: “Weidehaltung ist stark von Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wasserverfügbarkeit abhängig. Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel die Flächen, in denen diese Form der Landwirtschaft funktionieren kann, deutlich einschränkt und landwirtschaftliche Praktiken erschwert, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben.”

Wie sieht die Zukunft der Weidewirtschaft aus?
Die Zukunft der Weidewirtschaft hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, darunter die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Klimawandels, die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen und die politischen Rahmenbedingungen. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Weidewirtschaft in vielen Regionen der Welt verändern wird, wobei einige Gebiete stärker betroffen sein werden als andere. Eine proaktive und koordinierte Reaktion ist erforderlich, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren und die Nachhaltigkeit der Weidewirtschaft zu gewährleisten. Die Anpassung an den Klimawandel ist für die Sicherung der Ernährungssicherheit und den Erhalt der Lebensgrundlagen von Millionen Menschen unerlässlich. Ohne entschiedene Maßnahmen drohen massive soziale und wirtschaftliche Verwerfungen, insbesondere in den ärmsten und verwundbarsten Regionen der Welt. Wie Climate Policy Tracker zeigt, sind die aktuellen Klimaschutzbemühungen noch nicht ausreichend, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern.
Der Klimawandel stellt eine erhebliche Bedrohung für Weideflächen und die davon abhängigen Gemeinschaften dar. Die Ergebnisse der Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) verdeutlichen die Dringlichkeit, Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an die bereits unvermeidlichen Folgen des Klimawandels zu ergreifen. Nur durch eine Kombination aus globalen Klimaschutzbemühungen und lokalen Anpassungsstrategien kann die Zukunft der Weidewirtschaft gesichert und die Lebensgrundlage von Millionen Menschen erhalten werden. (Lesen Sie auch: Kalenderblatt 10 Februar: Was an Diesem Tag…)





