Kevin Kühnert Pension: Ex-SPD-Generalsekretär nennt eigene Altersbezüge „skandalös”
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Kevin Kühnert Pension: Der ehemalige SPD-Generalsekretär kritisiert am 1. Februar 2026 seine eigenen Pensionsansprüche als „vollkommen ungerecht”. Für knapp vier Jahre im Bundestag erhält er ab 67 Jahren rund 800 Euro monatlich – normale Arbeitnehmer bekommen für die gleiche Zeit nur 200 bis 300 Euro. Kühnert sitzt jetzt in der DGB-Rentenkommission.
Das Wichtigste in Kürze
- Pensionshöhe: Ca. 800-900 Euro monatlich ab Alter 67
- Bundestag-Zeit: Knapp 4 Jahre (Oktober 2021 bis März 2025)
- Kühnerts Urteil: „Skandalös” und „viel zu viel”
- Vergleich: Angestellte erhalten für gleiche Zeit nur 200-300 Euro
- Neues Engagement: DGB-Rentenkommission mit Ricarda Lang
- Aktueller Job: Leiter bei Organisation Finanzwende
- Interview: YouTube-Sendung „Berlin Sandmann”
Kevin Kühnert Pension sorgt am 1. Februar 2026 für Diskussionen in der Rentendebatte. Der ehemalige SPD-Generalsekretär hat in der YouTube-Sendung „Berlin Sandmann” seine eigenen Versorgungsansprüche als ehemaliger Bundestagsabgeordneter scharf kritisiert. „Das finde ich, ehrlich gesagt, skandalös”, sagte der 36-Jährige über seine Altersbezüge.
Wie viel Pension bekommt Kevin Kühnert?
Kevin Kühnert war von Oktober 2021 bis März 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages – insgesamt knapp vier Jahre. Laut dem Abgeordnetengesetz erwirbt ein Parlamentarier pro Jahr Mitgliedschaft einen Pensionsanspruch von 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung.

Bei der aktuellen Abgeordnetenentschädigung von rund 11.227 Euro monatlich bedeutet das: Kühnert erhält für seine vier Jahre im Bundestag etwa 10 Prozent davon als Altersentschädigung – rund 800 bis 900 Euro pro Monat. Diese Pension wird allerdings erst ab dem 67. Lebensjahr ausgezahlt.
| Vergleich | Abgeordneter (4 Jahre) | Angestellter (4 Jahre) |
|---|---|---|
| Monatliche Rente ab 67 | ca. 800-900 Euro | ca. 200-300 Euro |
| Eigene Beiträge | Keine | Ja (Rentenversicherung) |
| Berechnung | 2,5% der Diäten pro Jahr | Entgeltpunkte × Rentenwert |
| Maximale Pension | 65% nach 26 Jahren | Individuell nach Beiträgen |
Kühnert kritisiert Versorgungssystem für Politiker
Im Interview mit Journalist Philipp Sandmann bezeichnete Kühnert das aktuelle Versorgungssystem für Politikerinnen und Politiker als „vollkommen ungerecht”. Er stellte klar: „Das ist viel zu viel.” Für eine vergleichbare Beschäftigungszeit kämen normale Angestellte nur auf 200 bis 300 Euro – und das sei „auch völlig ausreichend”.

💡 Hintergrund: Bei Abgeordneten ist die Altersentschädigung Bestandteil der grundgesetzlich zustehenden Bezüge, die die Unabhängigkeit der Parlamentarier sichern sollen. Während der Mandatszeit werden keine Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt.
DGB-Rentenkommission: Kühnert und Ricarda Lang erarbeiten Gegenentwurf
Wenige Tage vor seinem Interview wurde bekannt: Kevin Kühnert sitzt zusammen mit der ehemaligen Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang in der neu gegründeten DGB-Rentenkommission. Das 13-köpfige Gremium soll einen „solidarischen Gegenentwurf” zur Rentenkommission der Bundesregierung erarbeiten.
| Mitglied | Funktion/Organisation |
|---|---|
| Yasmin Fahimi | DGB-Vorsitzende |
| Kevin Kühnert | Ex-SPD-Generalsekretär, Finanzwende |
| Ricarda Lang | Ehemalige Grünen-Vorsitzende |
| Christiane Benner | IG Metall |
| Andrea Kocsis | ver.di |
| Verena Bentele | VdK-Präsidentin |
Die konstituierende Sitzung ist für Ende Februar oder Anfang März 2026 geplant. Der Abschlussbericht soll im Sommer 2026 veröffentlicht werden – parallel zur Rentenkommission der Merz-Regierung.
Kühnert fordert umfassende Rentenreform
In der aktuellen Rentendebatte kritisiert der 36-Jährige, dass „viele Diskussionen geprägt sind davon, was alles nicht geht”. Ein Absenken der Renten würde zahlreiche Menschen mit kleinen Bezügen in die Grundsicherung treiben.

Kühnerts Reformvorschläge umfassen:
- Beamte einbeziehen: Neue Beamte sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen
- Stärkere gesetzliche Rente: Die GRV soll als solide Basis der Alterssicherung gestärkt werden
- Keine Rentenkürzungen: Alternativen zu längerem Arbeiten oder kleineren Renten
So funktioniert die Abgeordneten-Pension in Deutschland
Die Altersentschädigung für Bundestagsabgeordnete ist im Abgeordnetengesetz geregelt. Die wichtigsten Fakten:
| Regelung | Details |
|---|---|
| Steigerungssatz | 2,5% der Diäten pro Jahr Mitgliedschaft |
| Höchstsatz | 65% (nach 26 Jahren) |
| Eintrittsalter | 67 Jahre (seit 2008 schrittweise erhöht) |
| Vorzeitig möglich | Ab 63 Jahren auf Antrag |
| Übergangsgeld | 1 Monat pro Jahr MdB (max. 18 Monate) |
| Aktuelle Diäten | 11.227,20 Euro monatlich (2026) |
Kevin Kühnert: Neuer Job bei Finanzwende
Nach seinem Rücktritt aus der Politik im Oktober 2024 und einer Auszeit mit einer 1000-Kilometer-Wanderung durch Österreich hat Kühnert im Dezember 2025 einen neuen Job angenommen. Bei der Organisation Finanzwende leitet er den Bereich „Steuern, Verteilung und Lobbyismus”.
📊 Finanzwende: Die 2018 gegründete Bürgerbewegung setzt sich für „stabilere, faire und nachhaltige Finanzmärkte” ein. Mitgründer ist der ehemalige Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick. Die Organisation zählt über 17.000 Mitglieder.
Häufige Fragen zu Kevin Kühnert Pension
Fazit: Kühnerts Selbstkritik befeuert Rentendebatte
Mit seiner ungewöhnlich offenen Kritik am eigenen Versorgungssystem hat Kevin Kühnert die Debatte um die Abgeordneten-Pension neu entfacht. Der 36-Jährige zeigt damit, dass auch Politiker die Kluft zwischen ihrer Altersversorgung und der gesetzlichen Rente sehen – und kritisieren können. Ob die DGB-Rentenkommission tatsächlich zu Reformen führt, wird sich im Sommer 2026 zeigen.
Autor: Redaktion wermachtwas.online | Letzte Aktualisierung: 1. Februar 2026 | Quellen: dpa, Berliner Zeitung, Bundestag.de, DGB
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