Karnevalsbeginn: Wer War Eigentlich Sankt Martin Wirklich?
Der Karnevalsbeginn, auch als Elfter im Elften bekannt, markiert den Start der Karnevalssaison. Traditionell beginnt die närrische Zeit am 11. November um 11:11 Uhr. Dieser Termin liegt zeitlich nahe am Martinstag, dem Gedenktag des Heiligen Martin von Tours, der am selben Tag gefeiert wird.

Das ist passiert
- Karnevalsbeginn am 11.11. um 11:11 Uhr läutet die Karnevalssaison ein.
- Der Martinstag, Gedenktag des Heiligen Martin von Tours, fällt auf denselben Tag.
- Die Zahl 11 hat im Karneval eine symbolische Bedeutung.
- Der Termin geht auf vorchristliche Bräuche und mittelalterliche Traditionen zurück.
Der Elfte im Elften: Mehr als nur ein Datum
Der 11. November ist weit mehr als nur ein zufälliges Datum. Er markiert den Beginn einer Ausgelassenheit, die bis Aschermittwoch andauert. Überall in den Karnevalshochburgen, besonders in den rheinischen Städten wie Köln, Düsseldorf und Mainz, wird dieser Tag mit großem Trubel gefeiert. Die Karnevalsvereine präsentieren ihre neuen Prinzenpaare, es wird gesungen, getanzt und geschunkelt. Der Karnevalsbeginn ist ein Fest für Jung und Alt, ein Ausdruck von Lebensfreude und Gemeinschaft.
Die Zahl Elf selbst hat im Karneval eine besondere Bedeutung. Sie steht symbolisch für die Überschreitung der göttlichen Ordnung, da sie eine mehr ist als die Zehn Gebote. Im mittelalterlichen Zahlensymbolismus galt die Elf als Zahl der Sünde und des Maßlosen, was gut zum ausgelassenen Treiben der Karnevalszeit passt.
Was hat der Heilige Martin mit dem Karneval zu tun?
Der Martinstag ist der Gedenktag des Heiligen Martin von Tours, einem römischen Soldaten, der im 4. Jahrhundert lebte und später Bischof wurde. Bekannt ist er vor allem für seine Barmherzigkeit, die er bewies, als er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Der Martinstag wird traditionell mit Martinsumzügen und dem Verzehr von Martinsgänsen gefeiert. Aber was hat dieser Heilige mit dem Karneval zu tun?
Die Verbindung zwischen Martinstag und Karnevalsbeginn ist nicht ganz eindeutig geklärt, aber es gibt verschiedene Theorien. Eine besagt, dass der Martinstag früher den Beginn der vorweihnachtlichen Fastenzeit markierte, einer Zeit des Verzichts und der Besinnung. Der Karneval, als ausgelassenes Fest vor der Fastenzeit, könnte somit als eine Art “Ventil” gedient haben, um noch einmal ausgiebig zu feiern, bevor die Zeit des Verzichts begann. Nach Recherchen von Bild, gibt es jedoch keine eindeutigen Belege dafür, dass der Martinstag direkt mit dem Beginn der Fastenzeit verbunden war. (Lesen Sie auch: Karneval Beginn: Was Sie über die 5.…)
Eine andere Theorie sieht den Zusammenhang eher in der bäuerlichen Tradition. Der Martinstag war oft ein wichtiger Stichtag im bäuerlichen Kalender. Es wurden Zinsen bezahlt, Knechte und Mägde erhielten ihren Lohn, und es wurde das Vieh geschlachtet, das den Winter nicht überleben würde. Das führte zu üppigen Mahlzeiten und ausgelassenen Festen, die sich möglicherweise mit den karnevalistischen Bräuchen vermischt haben.
Der Karneval ist ein Fest mit langer Tradition. Seine Wurzeln reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück. Damals wurden Wintergeister und Dämonen mit wilden Festen und Verkleidungen vertrieben.
Die Rolle der Kirche
Die christliche Kirche versuchte lange Zeit, die heidnischen Bräuche des Karnevals zu unterdrücken oder zu christianisieren. Der Karneval wurde als “verkehrte Welt” angesehen, in der die normalen Regeln und Hierarchien außer Kraft gesetzt wurden. Trotzdem konnte sich der Karneval halten und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu dem bunten und vielfältigen Fest, das wir heute kennen. Die Kirche toleriert den Karneval heute weitgehend, sieht ihn aber weiterhin kritisch.
Laut dem Erzbistum Köln, einer der größten Karnevalshochburgen Deutschlands, ist der Karneval eine Zeit der Ausgelassenheit, die jedoch nicht in Maßlosigkeit ausarten sollte. Die Kirche betont die Bedeutung von Nächstenliebe und Solidarität, die auch im Karneval zum Ausdruck kommen sollten.
Karnevalistische Bräuche und Traditionen
Der Karneval ist reich an Bräuchen und Traditionen, die von Region zu Region unterschiedlich sind. Zu den bekanntesten gehören die Karnevalsumzüge, bei denen bunt kostümierte Gruppen durch die Straßen ziehen und Kamelle (Bonbons) und Strüßjer (Blumensträuße) ins Publikum werfen. Auch die Karnevalssitzungen mit Büttenreden, Musik und Tanz sind fester Bestandteil des Karnevals. (Lesen Sie auch: Abnehmspritze Hersteller stoppt Klick-Trick für Ozempic)
Ein weiterer wichtiger Brauch ist die Verkleidung. Die Menschen schlüpfen in fantasievolle Kostüme, um ihre Identität zu verbergen und in eine andere Rolle zu schlüpfen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Von Clowns und Piraten über Superhelden bis hin zu historischen Figuren ist alles erlaubt. Es ist eine Zeit, in der man die Sorgen des Alltags vergessen und einfach nur Spaß haben kann.
Die Jecken, wie die Karnevalisten auch genannt werden, rufen traditionell “Alaaf” oder “Helau”, um ihre Freude und ihren Zusammenhalt auszudrücken. Diese Rufe sind regional unterschiedlich und haben sich im Laufe der Zeit zu festen Bestandteilen des Karnevals entwickelt.
Wie hat sich der Karneval im Laufe der Zeit verändert?
Der Karneval hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert. Ursprünglich war er ein Fest der einfachen Bevölkerung, das sich gegen die Obrigkeit richtete. Im Laufe der Zeit wurde der Karneval jedoch immer mehr bürgerlich und kommerzialisiert. Heute ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für viele Städte und Regionen. Viele Hotels und Gastronomiebetriebe profitieren enorm von dem Trubel.
Auch die Kostüme haben sich verändert. Früher waren sie oft einfach und zweckmäßig, heute sind sie oft aufwendig und detailreich. Der Einfluss der Medien und der Popkultur ist unverkennbar. Viele Kostüme sind von Filmen, Serien oder Videospielen inspiriert.

Trotz aller Veränderungen hat der Karneval seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Er ist immer noch ein Fest der Ausgelassenheit, der Freude und des Zusammenhalts. Er bietet den Menschen die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und gemeinsam eine unbeschwerte Zeit zu verbringen. Die Deutsche Kulturgemeinschaft betont die Bedeutung des Karnevals als immaterielles Kulturerbe. (Lesen Sie auch: Artgerechte Katzenbeschäftigung: Spielen, aber Richtig!)
Warum beginnt der Karneval am 11. November?
Der Karnevalsbeginn am 11. November um 11:11 Uhr hat historische Wurzeln und symbolische Bedeutung. Die Zahl Elf steht für die Überschreitung der göttlichen Ordnung, während der Termin nahe am Martinstag liegt, möglicherweise als Auftakt vor der Fastenzeit.
Welche Bedeutung hat der Heilige Martin für den Karneval?
Der Heilige Martin selbst hat keine direkte Verbindung zum Karneval. Der Martinstag könnte jedoch den Beginn von Vorbereitungen auf die Fastenzeit markiert haben, wodurch der Karneval als ausgelassenes Fest davor entstand. Zudem war der Martinstag ein wichtiger Stichtag im bäuerlichen Kalender.
Wie feiern die Menschen den Karnevalsbeginn?
Der Karnevalsbeginn wird mit Umzügen, Partys und der Präsentation der neuen Prinzenpaare gefeiert. In den Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz herrscht an diesem Tag Ausnahmezustand. Es wird gesungen, getanzt und gelacht. (Lesen Sie auch: Unfamiliar Netflix: Deutscher Serienhit Erobert die Charts)
Welche Rolle spielt die Kirche im Karneval?
Die Kirche betrachtet den Karneval traditionell kritisch, toleriert ihn aber mittlerweile weitgehend. Sie betont die Bedeutung von Nächstenliebe und Solidarität, die auch im Karneval zum Ausdruck kommen sollten. Die Ausgelassenheit sollte jedoch nicht in Maßlosigkeit ausarten.
Welche typischen Bräuche gibt es im Karneval?
Zu den typischen Bräuchen gehören Karnevalsumzüge mit Kamelle und Strüßjer, Karnevalssitzungen mit Büttenreden sowie das Verkleiden in fantasievolle Kostüme. Die Karnevalisten rufen traditionell “Alaaf” oder “Helau”, um ihre Freude und ihren Zusammenhalt auszudrücken.
Ausblick auf die kommende Session
Der Karnevalsbeginn am 11.11. markiert den Startschuss für eine neue Session voller Freude, Ausgelassenheit und närrischem Treiben. Die Vorbereitungen in den Karnevalsvereinen laufen auf Hochtouren, um den Jecken eine unvergessliche Zeit zu bereiten. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Trends und Kostüme die kommende Session prägen werden. Eines ist jedoch sicher: Der Karneval wird auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kultur bleiben.





