Intervallfasten Studie: Bringt es Wirklich Weniger als andere Diäten?
Ist das Intervallfasten wirklich so effektiv, wie viele annehmen? Eine neue Cochrane-Übersichtsarbeit deutet darauf hin, dass der Gewichtsverlust durch Intervallfasten möglicherweise nicht größer ist als bei herkömmlichen Diäten. Die sogenannte Intervallfasten Studie, die verschiedene Forschungsarbeiten zusammenfasst, relativiert damit den Hype um diese Abnehmmethode.

Die wichtigsten Fakten
- Eine aktuelle Übersichtsarbeit von Cochrane deutet darauf hin, dass Intervallfasten nicht effektiver ist als andere Diätformen.
- Die Analyse basiert auf 22 Studien mit knapp 2.000 Teilnehmern.
- Es konnte keine signifikante Verbesserung der Lebensqualität durch Intervallfasten festgestellt werden.
- Experten betonen, dass weitere Forschung notwendig ist, um die langfristigen Auswirkungen des Intervallfastens zu verstehen.
Intervallfasten im Visier: Was steckt hinter dem Abnehm-Trend?
Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, hat sich in den letzten Jahren zu einer populären Methode zur Gewichtsreduktion entwickelt. Es gibt verschiedene Varianten, wie zum Beispiel die 5:2-Methode, bei der an fünf Tagen normal gegessen und an zwei Tagen die Kalorienzufuhr stark reduziert wird, oder die 16:8-Methode, bei der innerhalb eines Zeitfensters von acht Stunden gegessen und 16 Stunden gefastet wird. Viele Menschen schätzen die Flexibilität und die vermeintlichen gesundheitlichen Vorteile dieser Ernährungsform.
Doch wie eine aktuelle Übersichtsarbeit der renommierten Cochrane Library zeigt, ist die Evidenz für die Überlegenheit des Intervallfastens gegenüber herkömmlichen Diäten zur Gewichtsreduktion bislang begrenzt. Die Analyse von 22 Studien mit insgesamt knapp 2.000 Teilnehmern kommt zu dem Schluss, dass Intervallfasten keinen besseren oder nur einen sehr geringfügig besseren Effekt bei der Gewichtsabnahme hat als andere Methoden.
Wie Stern berichtet, wurden für die Analyse Studien aus Nordamerika, Europa, China, Australien und Südamerika berücksichtigt.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren im Jahr 2022 rund 2,5 Milliarden Menschen weltweit übergewichtig, was 43 Prozent der Erwachsenen entspricht. Davon waren 890 Millionen Menschen adipös.
Welche Faktoren beeinflussen den Erfolg von Diäten?
Die Wirksamkeit einer Diät hängt von verschiedenen Faktoren ab, die über die reine Methode hinausgehen. Dazu gehören unter anderem die individuelle Stoffwechsellage, das Ausmaß der körperlichen Aktivität, die psychische Verfassung und die langfristige Durchhaltefähigkeit. Eine Diät, die für eine Person gut funktioniert, muss nicht zwangsläufig für eine andere Person die gleiche Wirkung zeigen. Auch soziale Faktoren und Gewohnheiten spielen eine wichtige Rolle. (Lesen Sie auch: Wetter Rosenmontag: Eis-Alarm oder Feuchtfröhliche Sause?)
Eine wichtige Rolle spielt auch die Art der Ernährung während der Essensphasen. Wer während des Intervallfastens ungesunde, hochverarbeitete Lebensmittel konsumiert, wird wahrscheinlich weniger Erfolg haben als jemand, der sich ausgewogen und gesund ernährt.
Eine nachhaltige Gewichtsreduktion erfordert in der Regel eine langfristige Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und eine Steigerung der körperlichen Aktivität. Kurzfristige Diäten, egal welcher Art, führen oft zu einem Jo-Jo-Effekt.
Was sagt die Wissenschaft: Intervallfasten Studie im Detail
Die Cochrane-Analyse untersuchte nicht nur die Auswirkungen des Intervallfastens auf das Körpergewicht, sondern auch auf andere Gesundheitsmarker wie Blutzucker, Cholesterinspiegel und Blutdruck. Auch hier zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Intervallfasten und anderen Diätformen. Die Studienautoren betonen jedoch, dass die Datenlage insgesamt noch begrenzt ist und weitere Forschung erforderlich ist, um die langfristigen Auswirkungen des Intervallfastens auf die Gesundheit vollständig zu verstehen.
Die Qualität der einbezogenen Studien variierte ebenfalls, was die Aussagekraft der Ergebnisse einschränkt. Einige Studien hatten beispielsweise nur eine geringe Teilnehmerzahl oder einen kurzen Beobachtungszeitraum. Zudem wurden unterschiedliche Varianten des Intervallfastens untersucht, was die Vergleichbarkeit der Ergebnisse erschwert.
Die Cochrane Library ist eine Sammlung von systematischen Übersichtsarbeiten, die auf einer umfassenden und transparenten Methodik basieren. Sie gilt als eine der wichtigsten Quellen für evidenzbasierte Informationen im Gesundheitswesen.
Expertenmeinungen: Pro und Contra Intervallfasten
Die Meinungen von Experten zum Thema Intervallfasten gehen auseinander. Einige sehen in dieser Ernährungsform eine sinnvolle Option zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung der Gesundheit, während andere die potenziellen Risiken betonen und vor einer unkritischen Anwendung warnen.
(Lesen Sie auch: Kormoran Angelhaken: Verletzter Vogel Sucht Hilfe in…)
Professor Dr. Andreas Pfeiffer, Ernährungsmediziner am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, betont, dass Intervallfasten für manche Menschen eine gute Möglichkeit sein kann, Gewicht zu verlieren und ihre Gesundheit zu verbessern. Er weist jedoch darauf hin, dass es wichtig ist, sich während der Essensphasen ausgewogen zu ernähren und ausreichend zu trinken. Zudem sei Intervallfasten nicht für jeden geeignet, insbesondere nicht für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen.
Dr. Petra Müller, Ernährungswissenschaftlerin und Buchautorin, sieht Intervallfasten kritischer. Sie bemängelt, dass die wissenschaftliche Evidenz für die langfristigen Vorteile des Intervallfastens noch nicht ausreichend sei. Zudem warnt sie vor den potenziellen Risiken einer zu starken Kalorienrestriktion, wie zum Beispiel Muskelabbau, Nährstoffmangel und Essstörungen. Sie empfiehlt, vor Beginn einer Intervallfasten-Diät unbedingt einen Arzt oder Ernährungsberater zu konsultieren. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung, sollte man sich grundsätzlich vor einer Ernährungsumstellung professionell beraten lassen.
Wie funktioniert Intervallfasten und welche Varianten gibt es?
Intervallfasten ist keine Diät im herkömmlichen Sinne, sondern eher eine Methode, die sich auf den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme konzentriert. Es gibt verschiedene Varianten, die sich in der Länge der Fasten- und Essensphasen unterscheiden. Die gängigsten Varianten sind:
- 16:8-Methode: Hierbei wird innerhalb eines Zeitfensters von acht Stunden gegessen und 16 Stunden gefastet. Viele Menschen legen die Essensphase beispielsweise auf die Zeit zwischen 12 und 20 Uhr.
- 5:2-Methode: An fünf Tagen der Woche wird normal gegessen, an zwei Tagen wird die Kalorienzufuhr stark reduziert (auf etwa 500-600 Kalorien).
- Eat-Stop-Eat: Ein- bis zweimal pro Woche wird für 24 Stunden gefastet.
- Alternate-Day-Fasting: An einem Tag wird normal gegessen, am nächsten Tag wird gefastet oder die Kalorienzufuhr stark reduziert.
Die Wahl der passenden Variante hängt von den individuellen Vorlieben und Bedürfnissen ab. Es ist wichtig, eine Methode zu wählen, die sich gut in den Alltag integrieren lässt und langfristig durchgehalten werden kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass während der Essensphasen eine ausgewogene und gesunde Ernährung im Vordergrund stehen sollte. Intervallfasten ist kein Freifahrtschein für ungesundes Essen.
Ausblick: Was bringt die Zukunft für die Forschung zum Intervallfasten?
Obwohl die aktuelle Cochrane Library-Übersichtsarbeit die Euphorie um das Intervallfasten etwas dämpft, bedeutet dies nicht, dass diese Ernährungsform keine Vorteile haben kann. Es bedarf jedoch weiterer, qualitativ hochwertiger Studien, um die langfristigen Auswirkungen des Intervallfastens auf die Gesundheit und das Körpergewicht besser zu verstehen. Zukünftige Studien sollten sich insbesondere auf folgende Aspekte konzentrieren: (Lesen Sie auch: Bandenkriminalität Ecuador: Acht Köpfe Gefunden – Krieg…)
- Vergleich verschiedener Varianten des Intervallfastens
- Auswirkungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen (z.B. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen)
- Langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes)
- Effekte auf die Lebensqualität und das psychische Wohlbefinden
Bis dahin bleibt Intervallfasten eine von vielen möglichen Optionen zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung der Gesundheit. Ob es die richtige Wahl ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Eine professionelle Beratung durch einen Arzt oder Ernährungsberater ist in jedem Fall empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Intervallfasten und wie funktioniert es?
Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, ist eine Ernährungsform, bei der sich Phasen der Nahrungsaufnahme mit Phasen des Fastens abwechseln. Es gibt verschiedene Methoden, wie die 16:8-Methode oder die 5:2-Methode, die sich in der Länge der Fasten- und Essensphasen unterscheiden.
Ist Intervallfasten für jeden geeignet?
Intervallfasten ist nicht für jeden geeignet. Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten vor Beginn einer Intervallfasten-Diät unbedingt einen Arzt konsultieren. Auch Menschen mit Essstörungen sollten auf diese Ernährungsform verzichten.
Welche Vorteile kann Intervallfasten haben?
Intervallfasten kann potenziell zur Gewichtsreduktion beitragen und positive Auswirkungen auf den Blutzucker- und Cholesterinspiegel haben. Allerdings sind die wissenschaftlichen Beweise für diese Vorteile noch begrenzt und weitere Forschung ist erforderlich. (Lesen Sie auch: Valentinstag Hochzeit: Norwegen feiert Rekord an Trauungen)
Gibt es Risiken beim Intervallfasten?
Bei falscher Anwendung kann Intervallfasten zu Muskelabbau, Nährstoffmangel und Essstörungen führen. Es ist wichtig, sich während der Essensphasen ausgewogen zu ernähren und ausreichend zu trinken. Eine professionelle Beratung ist empfehlenswert.
Wie effektiv ist Intervallfasten im Vergleich zu anderen Diäten?
Eine aktuelle Intervallfasten Studie deutet darauf hin, dass Intervallfasten nicht effektiver ist als andere Diätformen zur Gewichtsreduktion. Die Ergebnisse sind jedoch mit Unsicherheiten behaftet und weitere Forschung ist notwendig.
Die Ergebnisse der Intervallfasten Studie zeigen, dass die Erwartungen an diese Abnehmmethode möglicherweise zu hoch gesteckt sind. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass es keine “Wunderdiät” gibt und eine langfristige Gewichtsreduktion in der Regel eine Kombination aus gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und einer Veränderung der Lebensgewohnheiten erfordert.





