Holy Energy ist ein zucker- und taurinfreies Getränkepulver aus Berlin, das du selbst mit Wasser anmischst – und eines der erfolgreichsten deutschen Getränke-Start-ups der letzten Jahre: 170 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2025, 2,5 Millionen Kunden in sieben Ländern. Gesünder als klassische Energy-Drinks ist das Pulver in einigen Punkten tatsächlich, beim Koffein gilt das Versprechen aber nur eingeschränkt. Was hinter dem Hype steckt, was drin ist und wo Verbraucherschützer warnen – der Check.
Holy Energy im Check: Fakten, Kritik und Hype erklärt

- Getränkepulver zum Selbstanmischen: Energy, Iced Tea, Hydration und Milkshake – zuckerfrei, taurinfrei, unter 20 kcal pro Portion.
- Hinter der Marke steht die Holy Energy GmbH aus Berlin, gegründet von Frederick Jost, Philipp Naß und Mathias Horsch (Handelsregister-Eintrag: August 2021).
- 2025 meldete das Start-up 170 Millionen Euro Umsatz und 2,5 Millionen Kunden in sieben Märkten – seit Herbst 2024 stehen die Produkte auch bei REWE und ROSSMANN.
- Eine 500-ml-Portion enthält 160 mg Koffein – so viel wie zwei kleine Dosen Red Bull.
- Verbraucherschützer warnen vor allem mit Blick auf Kinder und Jugendliche; der Hersteller richtet die Energy-Produkte an Personen ab 16 Jahren.
Was ist Holy Energy?
Holy Energy ist ein pulverbasierter Energy-Drink: Statt einer fertig abgefüllten Dose kaufst du einen Beutel Pulver, rührst eine Portion in 500 ml Wasser an und sparst damit Verpackung und Transportgewicht. Das Sortiment der Marke Holy reicht inzwischen über Energy hinaus – dazu gehören Iced Tea, Hydration-Drinks mit Elektrolyten und Milkshakes, alle ohne Zucker und ohne Taurin, gesüßt mit Sucralose und Acesulfam K.
Für den Energieschub setzt die Rezeptur auf mikroverkapseltes Koffein (NewCaff®), das über mehrere Stunden verzögert freigesetzt werden soll, ergänzt um L-Tyrosin, Cholin, Grüntee- und Ginseng-Extrakt sowie B-Vitamine, Vitamin C und D. Erhältlich ist Holy im eigenen Onlineshop unter holyenergy.de sowie seit Herbst 2024 in ausgewählten Supermärkten und Drogerien wie REWE und ROSSMANN.
Wer steckt hinter der Marke?
Hinter Holy steht die Holy Energy GmbH mit Sitz in Berlin, gegründet von den drei Freunden Frederick Jost, Philipp Naß und Mathias Horsch; ins Handelsregister eingetragen wurde die GmbH im August 2021. Erklärtes Ziel der Gründer: nicht weniger als „das Coca-Cola des 21. Jahrhunderts» zu werden – mit einer Soft-Drink-Alternative, die Geschmack, Funktion und Nachhaltigkeit verbinden soll.
Das Geld für die Expansion kommt längst von namhaften Investoren: In der Series-A-Runde sammelte das Start-up 10,5 Millionen Euro ein, angeführt vom US-Wagniskapitalgeber Left Lane Capital – insgesamt flossen damit rund 12,3 Millionen Euro in das Unternehmen. Zu den Geldgebern zählen außerdem FoodLabs, Simon Capital aus dem Umfeld der Bitburger-Holding sowie die Gründer von Just Spices und YFood.
Wie gesund ist das Trendgetränk wirklich?
Beim Zucker punktet das Pulver klar: Eine Portion hat weniger als 20 kcal, während klassische Energy-Drinks pro 500 ml oft über 50 Gramm Zucker liegen. Beim Koffein relativiert sich das gesunde Image jedoch – 160 mg pro Portion entsprechen zwei kleinen Dosen Red Bull. Zur Einordnung: Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA stuft für gesunde Erwachsene Einzeldosen bis 200 mg und bis zu 400 mg über den Tag als unbedenklich ein, für Kinder und Jugendliche gelten 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht als Richtwert. Heißt konkret: Bei einem Jugendlichen mit 53 kg schöpft schon eine einzige Portion Holy Energy diese Tagesobergrenze komplett aus.
Genau hier setzen Verbraucherschützer an: Die Verbraucherzentralen warnen seit Jahren vor hohem Koffeinkonsum bei Minderjährigen – zumal der softdrinkartige Geschmack zum Weitertrinken verführt. Auch das ZDF-Format „besseresser» nahm den hohen Koffeingehalt der Trendmarke kritisch unter die Lupe. Der Hersteller verweist auf Portionsempfehlungen und Warnhinweise: Mitgründer Jost betont, die Energy-Produkte richteten sich an Personen ab 16 Jahren und seien für Kinder, Schwangere und Stillende nicht geeignet. Diskutiert wird daneben über die Süßstoffe Sucralose und Acesulfam K – zugelassen sind beide, über langfristige Effekte wird wissenschaftlich weiter geforscht.
Rechne deinen Koffein-Tag einmal ehrlich durch: Portion Holy (160 mg) plus zwei Tassen Filterkaffee (je ca. 90 mg) liegen bereits über der EFSA-Empfehlung von 400 mg für Erwachsene. Wer empfindlich reagiert, greift zur koffeinfreien Hydration- oder Iced-Tea-Linie.
Was unterscheidet Holy von klassischen Energy-Drinks?
Der Vergleich zeigt: Das Format ist die eigentliche Innovation – beim Wirkstoff Koffein bleibt Holy dagegen ein vollwertiger Energy-Drink.
| Merkmal | Holy Energy | Klassische Energy-Drinks |
|---|---|---|
| Format | Pulver zum Anmischen | Fertiggetränk in der Dose |
| Zucker | Zuckerfrei (Sucralose, Acesulfam K), unter 20 kcal | Häufig über 50 g Zucker pro 500 ml |
| Taurin | Ohne Taurin | Meist mit Taurin |
| Koffein | 160 mg pro 500 ml, mikroverkapselt (verzögerte Freisetzung) | Ca. 80 mg pro 250-ml-Dose, schnelle Freisetzung |
| Verpackung | Beutel + wiederverwendbarer Shaker | Einwegdosen |
| Vertrieb | Onlineshop, seit Herbst 2024 auch REWE & ROSSMANN | Flächendeckend im Handel |
Wie erfolgreich ist Holy 2026?
Die Kritik bremst das Wachstum bislang nicht: 2025 erzielte das Start-up nach eigenen Angaben 170 Millionen Euro Umsatz und zählt 2,5 Millionen Kunden in sieben Märkten, darunter Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien – berichtet die WirtschaftsWoche. Rückenwind liefert der Gesamtmarkt: Der Energy-Drink-Umsatz in Deutschland stieg zwischen 2018 und 2024 von 2,73 auf 6,19 Milliarden Euro und soll bis 2029 auf 7,51 Milliarden Euro wachsen. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Foodwatch trinkt jeder dritte Jugendliche zwischen 14 und 18 regelmäßig Energy-Drinks – genau das Spannungsfeld, in dem sich die Marke zwischen Wachstum und Verantwortung bewegen muss.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Pulver gesünder als Red Bull?
In Teilen: Holy verzichtet auf Zucker und Taurin und hat unter 20 kcal pro Portion. Beim Koffein liegt eine 500-ml-Portion mit 160 mg aber auf dem Niveau von zwei kleinen Red-Bull-Dosen – für koffeinsensible Menschen macht das Format also keinen Unterschied.
Ab welchem Alter darf man Holy trinken?
Der Hersteller richtet seine Energy-Produkte an Personen ab 16 Jahren und rät Kindern, Schwangeren und Stillenden ab. Ein gesetzliches Abgabeverbot für Energy-Drinks gibt es in Deutschland bislang nicht, es wird aber politisch diskutiert.
Wem gehört Holy Energy?
Die Holy Energy GmbH gehört ihren Gründern Frederick Jost, Philipp Naß und Mathias Horsch sowie Investoren wie Left Lane Capital, FoodLabs, Simon Capital (Bitburger-Umfeld) und den Gründern von Just Spices und YFood. Insgesamt flossen rund 12,3 Millionen Euro Wagniskapital in das Unternehmen.
Wo kann ich Holy kaufen?
Im offiziellen Onlineshop sowie seit Herbst 2024 in ausgewählten REWE-Märkten und ROSSMANN-Filialen. Händler und Kioske in deiner Nähe, die Trendgetränke führen, findest du auch über die Kategorie Handel & Einzelhandel bei Wer macht Was.
Was kostet das Getränkepulver?
Abgerechnet wird pro Portion: Eine angemischte 500-ml-Portion kostet je nach Bundle und Abo-Rabatt meist deutlich unter dem Dosenpreis klassischer Energy-Drinks. Aktuelle Preise nennt der Onlineshop – Preisangaben ändern sich je nach Aktion.
Was mache ich bei Problemen mit einer Bestellung?
Für Reklamationen im Onlinehandel gelten die üblichen Verbraucherrechte – vom 14-tägigen Widerruf bis zur Gewährleistung. Welche Fristen und Formulierungen zählen, erklärt unser Reklamations-Ratgeber mit Rechten und Fristen.
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Fazit
Holy Energy hat mit dem Pulver-Format eine echte Lücke getroffen: weniger Müll, kein Zucker, starke Marke – die 170 Millionen Euro Umsatz sprechen für sich. Ein Freifahrtschein für sorglosen Konsum ist das gesunde Image trotzdem nicht, denn beim Koffein spielt das Trendgetränk in derselben Liga wie die Klassiker. Wer die Portionsempfehlung ernst nimmt und das Pulver nicht in Kinderhände gibt, bekommt eine interessante Alternative – nicht mehr und nicht weniger. Mehr Verbraucher-Checks und Ratgeber findest du laufend auf Wer macht Was.