Glättewarnung aktuell: DWD-Warnstufen & Streupflicht 2026
📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 3. Januar 2026
Was ist eine Glättewarnung?
Eine Glättewarnung ist eine offizielle Meldung des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die vor gefährlichen Straßenverhältnissen durch überfrierende Nässe, Reifglätte oder Glatteis warnt. Am 3. Januar 2026 gilt in weiten Teilen Deutschlands erhöhte Vorsicht: Frost, Schnee und Glätte sorgen für zahlreiche Unfälle – allein in Brandenburg wurden über 120 Verkehrsunfälle in einer Nacht registriert.
Du fragst dich, ob du heute sicher zur Arbeit kommst? Oder wer eigentlich für das Streuen vor deiner Haustür verantwortlich ist? Dieser Ratgeber erklärt dir alles Wichtige rund um Glättewarnungen, die DWD-Warnstufen und deine rechtlichen Pflichten im Winter.
⚠️ Aktuelle Warnlage (3. Januar 2026): Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glätte und Frost in weiten Teilen Deutschlands. Temperaturen zwischen -1°C und -6°C sorgen für überfrierende Nässe. Besondere Vorsicht gilt in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Brandenburg.
DWD-Warnstufen: Von Glätte bis Extremes Glatteis
Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet bei Glättewarnungen zwischen drei Warnstufen. Jede Stufe zeigt an, wie gefährlich die Situation ist und welche Vorsichtsmaßnahmen du ergreifen solltest. Die Warnstufen sind farblich gekennzeichnet – von Gelb (Wetterwarnung) über Orange (Markante Wetterwarnung) bis Rot (Unwetterwarnung).
| Warnstufe | Farbe | Kriterien | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Stufe 1 – Glätte | 🟡 Gelb | Verbreitet überfrierende Nässe, starke Reifablagerungen | Vorsichtig fahren, Geschwindigkeit anpassen |
| Stufe 2 – Örtlich Glatteis | 🟠 Orange | Kurzzeitig oder kleinräumig durch gefrierenden Regen/Sprühregen | Fahrten möglichst vermeiden |
| Stufe 3 – Glatteis | 🔴 Rot | Verbreitet Glatteisbildung, erhebliche Verkehrsbehinderungen | Nur unvermeidbare Fahrten unternehmen |
| Stufe 4 – Extremes Glatteis | 🟣 Violett | Extreme Glatteisbildung mit Gefahr für Leib und Leben | Zu Hause bleiben |
Die aktuelle Warnsituation kannst du jederzeit auf der Website des Deutschen Wetterdienstes oder in der kostenlosen WarnWetter-App abrufen.
Was ist der Unterschied zwischen Glätte, Glatteis und Blitzeis?
Die Begriffe werden oft verwechselt, bezeichnen aber unterschiedliche Phänomene:
Glätte entsteht durch überfrierende Nässe auf kaltem Straßenbelag. Wenn Regen oder Tau auf eine Straße fällt, die unter dem Gefrierpunkt abgekühlt ist, bildet sich eine dünne Eisschicht. Auch Reif kann zu Glätte führen.
Glatteis bildet sich, wenn unterkühlter Regen (sogenannter gefrierender Regen) auf den Boden trifft. Die Tropfen sind noch flüssig, obwohl sie kälter als 0°C sind. Beim Aufprall gefrieren sie sofort und bilden eine durchgehende Eisschicht.

Blitzeis beschreibt besonders schnell und unerwartet auftretendes Glatteis. Es entsteht innerhalb von Minuten und verwandelt trockene Straßen schlagartig in Eisbahnen – daher der Name. Blitzeis gilt als besonders gefährlich, weil Autofahrer kaum Zeit haben, sich anzupassen.
💡 Gut zu wissen: Der DWD unterscheidet in seinen Warnungen zwischen “Glätte” (Stufe 1) und “Glatteis” (Stufe 2-3). Bei einer Glatteiswarnung ist die Gefahr deutlich höher als bei einer reinen Glättewarnung.
Unfallstatistik: So gefährlich ist Glätte in Deutschland
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Glätte und Schnee fordern jedes Jahr zahlreiche Opfer im Straßenverkehr. Laut Statistischem Bundesamt ereigneten sich 2023 insgesamt 4.535 Verkehrsunfälle mit Personenschaden aufgrund winterlicher Straßenverhältnisse.
Die aktuelle Winterperiode 2025/2026 zeigt bereits dramatische Zahlen. In der Nacht zum 3. Januar 2026 registrierte die Polizei Brandenburg allein 120 Verkehrsunfälle mit 19 Verletzten. In Sachsen wurden 32 Unfälle gemeldet, in der Region Halle etwa 37. Der Busverkehr in Potsdam wurde zeitweise komplett eingestellt.
| Region | Unfälle (Januar 2026) | Verletzte |
|---|---|---|
| Brandenburg | 120+ | 19 |
| Halle/Saale | 37 | k.A. |
| Sachsen | 32 | k.A. |
| Mecklenburg-Vorpommern | 15 | 2 |
Streupflicht: Wer muss bei Glättewarnung räumen?
Bei einer Glättewarnung stellt sich schnell die Frage: Wer ist eigentlich für das Räumen und Streuen verantwortlich? Die Antwort hängt davon ab, ob du Eigentümer, Vermieter oder Mieter bist.
Grundsätzlich liegt die Verkehrssicherungspflicht beim Grundstückseigentümer. Er muss dafür sorgen, dass Fußgänger den Gehweg vor seinem Grundstück gefahrlos benutzen können. Die konkreten Pflichten sind in den kommunalen Satzungen geregelt und umfassen:
| Kriterium | Vorgabe |
|---|---|
| Räumzeiten werktags | 7:00 – 20:00 Uhr |
| Räumzeiten Sonn-/Feiertage | 9:00 – 20:00 Uhr |
| Mindestbreite Gehweg | 1 Meter (1,5 m bei viel Fußverkehr) |
| Erlaubte Streumittel | Sand, Splitt, Granulat (Salz oft verboten) |
| Bei Glatteisbildung | Sofortige Streupflicht |
Können Vermieter die Streupflicht auf Mieter übertragen?
Ja, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Übertragung muss ausdrücklich im Mietvertrag geregelt sein. Ein bloßer Verweis auf die Hausordnung reicht laut aktueller Rechtsprechung nicht aus. Vermieter müssen außerdem Räumgeräte und Streumaterial zur Verfügung stellen.
Wichtig: Auch wenn die Streupflicht übertragen wurde, behält der Vermieter eine Kontrollpflicht. Er muss stichprobenartig prüfen, ob die Mieter ihrer Pflicht nachkommen.
Welche Haftung droht bei Verstoß gegen die Streupflicht?
Wer seine Streupflicht verletzt und es kommt zu einem Unfall, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen. Gestürzte Passanten können Schadensersatz und Schmerzensgeld fordern. Bei schweren Verletzungen mit bleibenden Schäden können die Forderungen existenzbedrohend werden. Zusätzlich drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro.
✅ Versicherungs-Tipp: Mieter sollten eine Privat-Haftpflichtversicherung abschließen. Eigentümer benötigen eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung. Die HDI Versicherung bietet entsprechende Tarife an.
Sicher fahren bei Glättewarnung: Die wichtigsten Tipps
Wenn du trotz Glättewarnung fahren musst, solltest du diese Regeln beachten:
Geschwindigkeit anpassen: Fahre deutlich langsamer als erlaubt. Auf glatten Straßen verlängert sich der Bremsweg um ein Vielfaches. Bei 50 km/h kann der Bremsweg auf Eis bis zu 200 Meter betragen – statt der üblichen 25 Meter auf trockener Fahrbahn.
Abstand halten: Verdoppel oder verdreifache den normalen Sicherheitsabstand. Auf glatten Straßen kann das vorausfahrende Fahrzeug jederzeit ins Rutschen geraten.
Sanft bremsen und lenken: Vermeide ruckartige Lenkbewegungen und abruptes Bremsen. Moderne Fahrzeuge haben zwar ABS und ESP, aber auch diese Systeme stoßen auf Eis an ihre Grenzen.
Winterreifen sind Pflicht: In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte oder Reifglätte darfst du nur mit Winterreifen (M+S-Symbol oder Alpine-Symbol) fahren. Wer mit Sommerreifen erwischt wird, zahlt 60 Euro Bußgeld – bei Behinderung sogar 80 Euro.
💡 ADAC-Tipp: Habe bei längeren Fahrten im Winter immer warme Decken, Getränke und einen vollen Tank dabei. Bei einem Stau durch Glatteisunfälle kann es Stunden dauern, bis sich der Verkehr auflöst. Mehr zur aktuellen Situation beim Automobilclub erfährst du in unserem Artikel zur ADAC Kündigungswelle 2026.
Wo kannst du aktuelle Glättewarnungen abrufen?
Es gibt mehrere zuverlässige Quellen für aktuelle Glättewarnungen:
Deutscher Wetterdienst (DWD): Die offizielle Quelle für alle Wetterwarnungen in Deutschland. Unter www.dwd.de findest du die aktuellen Warnungen nach Regionen geordnet. Die kostenlose WarnWetter-App sendet Push-Benachrichtigungen bei Unwetterwarnungen.
Wetter.de: Bietet eine übersichtliche Glatteis-Karte für Deutschland mit aktuellen Warnungen und Vorhersagen.
Unwetterzentrale.de: Detaillierte Warnkarten mit Unterscheidung zwischen Glatteisregen und Straßenglätte.
Verkehrsfunk: Im Radio werden Glättewarnungen in den Verkehrsmeldungen durchgegeben. Besonders auf längeren Strecken hilfreich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange gilt eine Glättewarnung?
Bei welcher Temperatur entsteht Glätte?
Muss ich bei anhaltender Glätte ständig streuen?
Was passiert bei einem Glätteunfall ohne Winterreifen?
Welches Streumittel ist am besten bei Glatteis?
Wer haftet bei einem Sturz auf dem Firmengelände?
Fazit: Glättewarnung ernst nehmen
Eine Glättewarnung solltest du niemals ignorieren. Die aktuellen Unfallzahlen vom Januar 2026 zeigen, wie schnell es auf winterlichen Straßen zu gefährlichen Situationen kommen kann. Prüfe vor Fahrtantritt die aktuelle Warnlage beim DWD, passe deine Fahrweise an und sorge für geeignete Winterreifen.
Als Grundstückseigentümer oder Mieter mit Streupflicht solltest du deine rechtlichen Pflichten kennen und ernst nehmen. Die Haftungsrisiken bei Vernachlässigung sind erheblich. Eine passende Haftpflichtversicherung bietet zusätzliche Sicherheit.
Bleib sicher unterwegs – der nächste Winter kommt bestimmt.
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5 Bemerkungen
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