Die Armut in Österreich ist ein wachsendes Problem. Laut aktuellen Erhebungen der Statistik Austria waren im Jahr 2025 fast 1,7 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Dies entspricht einem Anstieg von 170.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr und betrifft somit fast jeden fünften Einwohner Österreichs.
Armut ist ein vielschichtiges Problem, das sich nicht nur auf finanzielle Aspekte beschränkt. In Österreich wird Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung definiert als eine Kombination aus drei Faktoren:
Das Medianeinkommen in Österreich lag zuletzt bei 50.709 Euro pro Jahr. Die Armutsgefährdungsschwelle, also 60 Prozent dieses Wertes, betrug im Jahr 2025 netto 1.806 Euro pro Monat. Wer weniger zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. Die Statistik Austria erhebt diese Daten jährlich im Rahmen der Erhebung “Einkommen und Lebensbedingungen” (SILC). (Lesen Sie auch: Gregor Kobel: BVB-Torwart äußert Wunsch nach Sancho-Rückkehr)
Die Zahlen der Statistik Austria zeigen einen deutlichen Anstieg der Armutsgefährdung in Österreich. Im Jahr 2025 waren 16 Prozent der Bevölkerung, das entspricht 1.448.000 Menschen, von Armut bedroht. Im Jahr 2024 waren es noch 14,3 Prozent. Besonders besorgniserregend ist die Situation der “Working Poor”, also jener Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit unter der Armutsgrenze leben. Laut ORF waren im Jahr 2025 rund 361.000 Menschen in Österreich betroffen, die obwohl sie mehr als sechs Monate erwerbstätig waren, ein Nettoeinkommen unter 1.800 Euro pro Monat hatten.
Sozialpolitikexperte Martin Schenk von der Diakonie betont gegenüber ORF.at, dass die “Working Poor” oft übersehen werden, da Armut in den letzten Jahren stark mit Arbeitslosigkeit in Verbindung gebracht wurde. Die Realität sieht jedoch anders aus: Viele Menschen arbeiten hart, können aber trotzdem ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Niedrige Löhne, Teilzeitbeschäftigung, hohe Wohnkosten und steigende Lebenshaltungskosten tragen dazu bei.
Die Reportage “Zum Leben genug? – Arm in Österreich” des ORF, die auf Joyn gestreamt werden kann, beleuchtet die Mechanismen, die soziale Ungleichheit fortschreiben und zeigt Wege aus der Armut. (Lesen Sie auch: F1 Miami GP: Rennen wegen Gewittergefahr vorgezogen)
Die steigenden Armutszahlen haben in Österreich eine politische Debatte ausgelöst. Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) verteidigte die Budgetmaßnahmen der Regierung, während Oppositionsparteien und Sozialorganisationen Kritik übten. Sie fordern mehr Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung, wie beispielsweise eine Erhöhung des Mindestlohns, eine Stärkung des sozialen Netzes und eine gezielte Unterstützung von Familien und Alleinerziehenden.
Die steigende Armut in Österreich ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Sie gefährdet den sozialen Zusammenhalt, beeinträchtigt die Chancengleichheit und kann langfristig negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Es ist daher wichtig, dass Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten, um Armut zu bekämpfen und soziale Gerechtigkeit zu fördern.
Ein wichtiger Schritt ist die Schaffung von ausreichend Arbeitsplätzen mit fairen Löhnen, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Auch Investitionen in Bildung, Gesundheit und soziale Dienstleistungen sind entscheidend, um Menschen vor Armut zu schützen und ihnen Perspektiven zu eröffnen. Darüber hinaus ist es wichtig, das Bewusstsein für das Problem Armut zu schärfen und Vorurteile abzubauen. (Lesen Sie auch: Sojus-5: Russlands neue Rakete soll Raumfahrt-Zukunft)
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Armutsgefährdung in Österreich im Überblick:
| Jahr | Anteil der armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Bevölkerung |
|---|---|
| 2024 | 14,3 % |
| 2025 | 16,0 % |
Als armutsgefährdet gelten Personen, deren Haushaltseinkommen weniger als 60 Prozent des österreichischen Medianeinkommens beträgt. Im Jahr 2025 lag diese Schwelle bei 1.806 Euro netto pro Monat. Zusätzlich werden auch materielle und soziale Benachteiligungen berücksichtigt.
Im Jahr 2025 waren 1,7 Millionen Menschen in Österreich von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entspricht 18,8 Prozent der Bevölkerung und stellt einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr dar, als 14,3 Prozent betroffen waren. (Lesen Sie auch: Sojus-5: Russlands neue Rakete soll Raumfahrt-Zukunft)
“Working Poor” bezeichnet Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit unter der Armutsgrenze leben. In Österreich waren 2025 rund 361.000 Menschen betroffen, die mehr als sechs Monate gearbeitet haben, aber trotzdem weniger als 1.800 Euro netto monatlich verdienten.
Verschiedene Faktoren tragen zur Armut bei, darunter niedrige Löhne, Teilzeitbeschäftigung, steigende Wohnkosten und Lebenshaltungskosten. Auch fehlende Bildungschancen und soziale Benachteiligungen können das Armutsrisiko erhöhen.
Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut umfassen die Erhöhung des Mindestlohns, die Stärkung des sozialen Netzes, Investitionen in Bildung und Gesundheit sowie die Schaffung von ausreichend Arbeitsplätzen mit fairen Löhnen. Auch gezielte Unterstützung von Familien ist wichtig.
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