📖 Lesezeit: 8 Minuten | Zuletzt aktualisiert: Januar 2026
Die Agrardiesel-Rückvergütung 2026 ist wieder da – und zwar in voller Höhe. Ab dem 1. Januar 2026 erhalten Land- und Forstwirte erneut 21,48 Cent pro Liter Diesel zurück. Der Bundestag hat im November 2025 den Weg dafür freigemacht. Damit korrigiert die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD eine der umstrittensten Entscheidungen der Ampel-Koalition.
Was bedeutet das für deinen Betrieb? Wie viel Geld bekommst du zurück? Und wie funktioniert die Antragstellung beim Hauptzollamt? Hier findest du alle Fakten zur Wiedereinführung der Agrardieselsteuerentlastung.
📌 Agrardiesel 2026 auf einen Blick: Die volle Rückvergütung von 21,48 Cent pro Liter gilt ab 1. Januar 2026. Bundesweit werden Landwirte um rund 430 Millionen Euro jährlich entlastet. Auch klimaschonende Kraftstoffe wie HVO sind eingeschlossen.
Die Agrardiesel-Rückvergütung ist eine Steuerentlastung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Sie ermöglicht es Landwirten, einen Teil der Energiesteuer auf Diesel zurückzubekommen, der für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen verwendet wird.
Der reguläre Steuersatz für Diesel beträgt 47,04 Cent pro Liter. Bei voller Rückvergütung erhalten Betriebe 21,48 Cent pro Liter zurück – das entspricht etwa 46 Prozent der Energiesteuer. Diese Entlastung soll die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Landwirte gegenüber Konkurrenten aus anderen EU-Ländern sichern, die ähnliche oder höhere Vergünstigungen erhalten.
| Zeitraum | Rückvergütung pro Liter | Status |
|---|---|---|
| Bis Februar 2024 | 21,48 Cent | Volle Vergütung |
| März – Dezember 2024 | 12,89 Cent | Erste Kürzung |
| 2025 | 6,44 Cent | Zweite Kürzung |
| Ab 1. Januar 2026 | 21,48 Cent | ✅ Volle Vergütung zurück |
Die Geschichte der Agrardiesel-Rückvergütung gleicht einer politischen Achterbahnfahrt. Ende 2023 kündigte die damalige Ampel-Regierung unter Kanzler Olaf Scholz an, die Steuerentlastung komplett zu streichen. Auslöser war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das ein Milliardenloch im Haushalt hinterließ.
Was folgte, waren die größten Bauernproteste in der Geschichte der Bundesrepublik. Am 18. Dezember 2023 rollten erstmals 1.500 Traktoren zum Brandenburger Tor in Berlin. Die Aktionswoche im Januar 2024 mobilisierte nach Angaben des Deutschen Bauernverbands rund 30.000 Teilnehmer mit 10.000 Traktoren allein in Berlin. In Bayern waren an einem einzigen Tag 75.000 Schlepper unterwegs.
Die Ampel-Regierung lenkte nur teilweise ein: Die geplante Kfz-Steuer für landwirtschaftliche Fahrzeuge wurde gestrichen, die Agrardiesel-Kürzung aber blieb – wenn auch gestreckt über drei Jahre. Für viele Landwirte fühlte sich das wie ein Verrat an.
Mit dem Regierungswechsel zur schwarz-roten Koalition aus CDU/CSU und SPD änderte sich die Lage grundlegend. Im Koalitionsvertrag hatten die Partner die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung fest verankert. Am 10. September 2025 beschloss das Bundeskabinett den entsprechenden Gesetzentwurf, im November stimmte der Bundestag zu.
✅ Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU): „Die Bundesregierung hat eine der größten Fehlentscheidungen der Ampel-Regierung korrigiert. Die Agrardieselrückvergütung kommt vollständig zurück. So entlasten wir unsere Betriebe, geben ihnen Planungssicherheit und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.”
BBV-Präsident Günther Felßner bezeichnete den Beschluss als Erfolg der Protestbewegung: „Unsere Proteste im Winter 2023/24 haben Wirkung gezeigt. Ab 2026 erhalten die Landwirte den vollen Satz von 21,48 Cent je Liter zurück. Das ist ein klares Signal, dass sich unser Einsatz lohnt.”
Die Höhe der Rückerstattung hängt vom Dieselverbrauch deines Betriebs ab. Hier eine Übersicht für typische Betriebsgrößen:
| Jährlicher Dieselverbrauch | Rückerstattung 2025 (6,44 ct) | Rückerstattung 2026 (21,48 ct) | Mehrertrag |
|---|---|---|---|
| 5.000 Liter | 322 € | 1.074 € | +752 € |
| 10.000 Liter | 644 € | 2.148 € | +1.504 € |
| 20.000 Liter | 1.288 € | 4.296 € | +3.008 € |
| 50.000 Liter | 3.220 € | 10.740 € | +7.520 € |
Ein durchschnittlicher landwirtschaftlicher Betrieb in Deutschland spart durch die Wiedereinführung rund 2.790 Euro pro Jahr. Bayerns Landwirte profitieren insgesamt mit 80 bis 90 Millionen Euro jährlich, bundesweit beläuft sich die Steuerentlastung auf etwa 430 Millionen Euro.
Antragsberechtigt sind alle Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, die Diesel für begünstigte Zwecke verwenden. Dazu zählen:
Die Mindestentlastung beträgt 50 Euro pro Kalenderjahr. Das entspricht einem Verbrauch von etwa 233 Litern Diesel. Kleinere Verbräuche werden nicht erstattet.
Die Beantragung der Agrardiesel-Rückvergütung erfolgt seit 2024 ausschließlich online über das Zoll-Portal. Papieranträge werden nicht mehr akzeptiert. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Für die Anmeldung im Zoll-Portal benötigst du ein ELSTER-Zertifikat für Organisationen – nicht für Privatpersonen. Die Registrierung dauert bis zu zwei Wochen, da der Aktivierungscode per Post kommt. Beginne also rechtzeitig!
Mit dem ELSTER-Zertifikat kannst du dich im Zoll-Portal anmelden. Für die Erstregistrierung brauchst du deine Agrardieselnummer aus früheren Papieranträgen.
Im Portal gibst du deine Betriebsdaten, den tatsächlichen Dieselverbrauch des Kalenderjahres und die verwendeten Maschinen an. Wichtig: Es zählt der Verbrauch, nicht die gelieferte Menge. Du musst also Anfangs- und Endbestand deiner Tanks angeben.
Die Antragsfrist endet am 31. Dezember des Folgejahres. Für den Diesel, den du 2026 verbrauchst, kannst du also bis zum 31. Dezember 2027 den Antrag stellen.
⚠️ Tipp: Bestelle deinen Diesel strategisch! Wenn du Ende 2025 Diesel lieferst, aber erst 2026 verbrauchst, erhältst du den höheren Erstattungssatz von 21,48 Cent. Der Verbrauchszeitpunkt ist entscheidend, nicht der Lieferzeitpunkt.
Eine wichtige Neuerung: Die Rückvergütung gilt ab 2026 auch für klimaschonende Kraftstoffe wie hydriertes Pflanzenöl (HVO). Diese Ausweitung war eine zentrale Forderung des Bauernverbandes, um Betrieben den Umstieg auf nachhaltigere Kraftstoffe zu erleichtern.
Die Vergütungssätze für alternative Kraftstoffe sind sogar noch höher:
Die Verwendung von Biodiesel und Pflanzenöl in der Land- und Forstwirtschaft ist nach dem Energiesteuergesetz komplett steuerfrei. Der volle Steuersatz wird rückvergütet.
Die Wiedereinführung der vollen Rückvergütung ist auch eine Frage der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. In vielen EU-Ländern zahlen Landwirte deutlich weniger für Agrardiesel als in Deutschland – selbst mit der Rückvergütung.
| Land | Agrardiesel-Steuersatz (effektiv) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Frankreich | ca. 3,9 Cent/l | Starke Subvention |
| Polen | ca. 9,5 Cent/l | Günstig |
| Belgien | ca. 0 Cent/l | Komplett steuerfrei |
| Deutschland (ab 2026) | ca. 25,6 Cent/l | Nach Rückvergütung |
Selbst mit der vollen Rückvergütung zahlen deutsche Landwirte mehr als ihre Konkurrenten in Frankreich, Belgien oder Polen. Die Entlastung ist daher keine Subvention im engeren Sinne, sondern ein Ausgleich für Wettbewerbsnachteile.
Die Agrardiesel-Rückvergütung 2026 markiert einen politischen Wendepunkt für die deutsche Landwirtschaft. Nach zwei Jahren der Kürzungen und den größten Bauernprotesten der Nachkriegsgeschichte erhalten Land- und Forstwirte ab Januar wieder die volle Steuerentlastung von 21,48 Cent pro Liter.
Für einen durchschnittlichen Betrieb bedeutet das eine Entlastung von knapp 2.800 Euro jährlich – Geld, das dringend für Investitionen und den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit benötigt wird. Die Ausweitung auf klimaschonende Kraftstoffe wie HVO zeigt zudem, dass Entlastung und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen.
Vergiss nicht: Die Antragstellung erfolgt nur noch online über das Zoll-Portal. Kümmere dich rechtzeitig um dein ELSTER-Zertifikat, damit du die Frist nicht verpasst. Dein Betrieb hat es verdient!
Redaktion wermachtwas.online | Wirtschaft & Landwirtschaft
Unser Team recherchiert aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik und Landwirtschaft. Wir erklären komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah – für Landwirte, Unternehmer und interessierte Bürger.
📧 redaktion@wermachtwas.online
Der SC Freiburg begeistert am 07. März 2026 Fans und Experten gleichermaßen. Der Verein steht…
Rot-Weiss Essen spielt am 5. März 2026 um 14 Uhr auswärts gegen Hoffenheim II. Das…
Am Samstag, dem 9. März 2026, trifft Energie Cottbus im Ostderby auf Hansa Rostock. Die…
Arsenal, auf dem Weg zum Quadrupel, trifft im FA Cup auf Mansfield Town. Das Spiel,…
Die Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina sind von einem Eklat überschattet: Deutschland boykottiert…
Andrej Mangold und seine Verlobte Annika Jung erwarten ihr erstes Kind. Diese freudige Nachricht teilten…